So entsorgt man Backpapier, Batterien und altes Öl richtig

Das sind die größten Mülltrennungs-Irrtümer

© istock/RTL.de

16. September 2019 - 13:07 Uhr

Korrekte Mülltrennung für den Klimaschutz

In den Haushalten Deutschlands wird ganz schön viel Müll produziert - rund 37,5 Millionen Tonnen sind es laut der Deutschen Umwelthilfe pro Jahr. Um die Umwelt und das Klima zu entlasten, sollten wir unseren Abfall aber nicht nur möglichst gering halten, sondern den entstandenen Müll auch richtig trennen. Das erleichtert das Recycling und die Produktion neuer Waren aus Abfall. Oft ist aber nicht eindeutig klar, welche Stoffe in welche Tonne gehören. Wir klären deshalb die gängigsten Mülltrennungs-Irrtümer auf.

Das alles gehört nicht ins Altpapier

Pizza im Karton
Ist der Pizzakarton mit Fettflecken oder Käseresten beschmutzt, darf er nicht ins Altpapier.
© picture alliance

Backpapier oder Geschenkpapier gehören nicht in die Papiermülltonne. Zwar besteht beides aus Papier, ist aber zusätzlich beschichtet. Und diese Beschichtungen enthalten Chemikalien, die schlecht recycelt werden können. Auch Kassenbons, die aus Thermopapier bestehen, sind beschichtet und gehören wie Back- und Geschenkpapier in den Restmüll. Nur unbeschichtetes Papier darf in der Papiertonne landen.

Ein wenig anders ist es mit Pizzakartons: Die bestehen zwar aus Pappe, sind oft aber mit Käseresten, Fettflecken oder Tomatensauce verschmutzt. Weil Essensreste nicht recycelt werden können, gehören schmutzige Pizzakartons also in den Restmüll. Saubere, unbeschichtete Kartons kann man im Altpapier entsorgen.

Auch Küchenpapier oder Taschentücher sind, sobald sie einmal benutzt wurden, mehr oder weniger stark verschmutzt und damit nicht mehr für das Recycling über das Altpapier geeignet. Sie gehören dann ebenfalls in den Restmüll.

Was darf in den Altglascontainer?

Fällt mal ein Trinkglas hin und zerbricht, scheint der Fall eigentlich klar zu sein: Ab in den Glasmüll damit! Stimmt nicht, denn das Glas hat ein anderes Schmelzverhalten als Flaschen und sollte deshalb nicht in den Altglascontainer geworfen werden, sondern ist im Restmüll besser aufgehoben. Das gilt auch für zerbrochene Weihnachtskugeln, Fenster- oder Spiegelglas.

Sämtliches Altglas, in dem sich Getränke und Lebensmittel, Arzneimittel und Kosmetika befanden, darf dagegen im Altglascontainer entsorgt werden. Bei farbigen Gläsern, die weder grün noch braun sind, gibt es übrigens auch eine Regel: Blaues und rotes Glas wirft man am besten in die grüne Glastonne.

Wohin mit kaputten Glühbirnen?

Schraubverschlüsse von Gläsern haben im Altglascontainer nichts zu suchen - sie sollte man in die gelbe Tonne oder den Restmüll geben. Moderne Glasaufbereitungsanlagen sortieren die Verschlüsse zwar aus, das ist allerdings mit einem hohen Aufwand und damit zusätzlichen Kosten für die Betreiber verbunden.

Glühbirnen und LED-Leuchtmittel gehören in den Restmüll statt den Altglascontainer. Bei Energiesparlampen ist es anders: Sie müssen im Sondermüll entsorgt werden und können zu einer entsprechenden Sammelstelle gebracht werden.

Kaputte Kleidung darf nicht in die Altkleidersammlung

In die Altkleidersammlung gehören nur unversehrte Kleidungsstücke. Sind Kleider kaputt oder verschlissen, sollten sie stattdessen über den Hausmüll entsorgt werden. Landen sie trotzdem im Altkleidercontainer, müssen sie mühsam von Hand aussortiert werden - das ist nicht nur viel zusätzliche Arbeit, sondern für die Betreiber der Sammelstellen auch finanziell ein großer Aufwand. 

Was tun mit altem Speiseöl?

Müll wird in eine Biotonne gekippt
In die Biotonne gehört nur, was kompostierbar ist.
© deutsche presse agentur

Die Biotonne ist ausschließlich für Obst-, Gemüse- und sonstige Speiseabfälle gedacht. Müllbeutel oder sonstige Tüten aus Plastik dürfen keinesfalls in die Biotonne.

Altes Öl oder Frittierfett sollte weder im Abfluss des Spülbeckens noch in der Toilette landen. Dort lagert sich das Öl ab und verstopft die Rohre. Geringe Mengen sollte man laut Empfehlung des Umweltbundesamts in eine verschließbare PET-Flasche füllen und im Restmüll entsorgen. Größere Mengen muss man auf dem Wertstoffhof abgeben.

Batterien haben im Restmüll nichts verloren

Mehr als die Hälfte aller Batterien werden nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe falsch entsorgt - oft über den Restmüll. Viele Altbatterien, etwa von Elektrogeräten und Spielzeug, enthalten allerdings Schadstoffe und Schwermetalle und müssen deshalb unbedingt über eine geeignete Sammelstelle entsorgt werden. Solche Sammelstellen gibt es häufig in Supermärkten und Elektrogeschäften.

Bemerkt das Müllunternehmen bei der Abholung, dass falsch getrennt wurde, kann es eine Verwarnung auf die entsprechende Mülltonne kleben und diese gegebenenfalls sogar stehen lassen. Wenn Sie Müll einfach in der Natur entsorgen, kann es sogar richtig teuer werden.