Müll? Nein, danke! Zero Waste-Bewegung vermeidet Plastik

15. Juli 2016 - 16:11 Uhr

Bei Familie Klaus sind Lebensmittel unverpackt und Schminke ist selbst gemacht

Rund 200 Kilogramm Müll verursacht jeder Deutsche im Jahr. Einen großen Teil davon machen Plastikverpackungen aus. Wer weniger Müll in die Tonne schmeißen will, steht vor einer Herausforderung, denn viele Lebensmittel sind heutzutage doppelt und dreifach verpackt.

Müll? Nein, danke! Zero Waste-Bewegung vermeidet Plastik

Familie Klaus aus Köln hat genug von diesem Plastikmüll-Wahnsinn. Nach einer Indien-Reise beschlossen Verena und Orlando Klaus auf Plastik zu verzichten und stellten ihr Leben komplett um. Sie hatten genug von der vorherrschenden Wegwerfmentalität.

Ihr Einkauf sieht ganz anders aus als bei den meisten Menschen: Lebensmittel, wie Brot, Käse oder Wurst lässt sie in Gläser oder Beutel abfüllen. Und auch bei Kosmetik-Produkten hat Mutter Verena Alternativen gefunden. Ihr Deo stellt sie aus Natron, Speisestärke und Kokosölihren her. Ihren Lidschatten mischt sie sich aus Zimt, Kakao und Kurkuma zusammen.

Unverpackt-Läden spezialisieren sich auf den Lebensstil der Zero Waste-Bewegung

Mit ihrem außergewöhnlichen Lebensstil, hat sich die Familie der "Zero Waste-Bewegung" angeschlossen. Der Trend des "Zero Waste"-Lifestyles kommt aus den USA. Die Bewegung will durch den Verzicht auf Müll, der nachfolgenden Generation einen "sauberen" Planeten hinterlassen.

Da ihre Anhänger viele Produkte nicht in Supermärkten finden, kaufen sie ihre Produkte häufig direkt beim Bauern. Hier können sie ihre Lebensmittel in Einmachgläsern und Stoffbeuteln abfüllen.

Da es immer mehr Menschen gibt, die dieser Bewegung folgen, gründen sich in vielen deutschen Städten "Unverpackt"- Läden, zum Beispiel in Köln, Münster oder Kiel. Diese Läden haben das Ziel, das "plastikfreie Leben" einfacher zu machen. Produkte wie Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte, Kaffee, Süßwaren, Seife oder Waschmittel können in diesen Läden als lose Ware gekauft werden.