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Mülheim: OB-Kandidat reißt Plakat seines Konkurrenten ab - Polizeieinsatz

Mitten im Kommunalwahlkampf

OB-Kandidat soll Plakat seines Konkurrenten abgerissen haben - Polizeieinsatz

OB-Kandidat hängt Plakat von Konkurrenz ab Schräger Wahlkampf in Mülheim
02:50 min
Schräger Wahlkampf in Mülheim
OB-Kandidat hängt Plakat von Konkurrenz ab

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Plakat-Täter wurde von Zeugen festgehalten

Die Konkurrenz ist stark, der Druck ist groß – eine Oberbürgermeisterwahl ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Das muss sich auch Jürgen Abeln gedacht haben, der in Mülheim als Kandidat antritt. Denn eines Nachts soll er einfach Plakate seines Konkurrenten Horst Bilo abgerissen und sie durch seine eigenen ersetzt haben. Doch so richtig gut ging das Ganze für ihn nicht aus, denn ein Augenzeuge rief die Polizei, die den übereifrigen Mann dann befragte. Abeln versus Bilo – RTL brachte die Streithähne zusammen: die Konfrontation zeigen wir im Video

Hier reißt Jürgen Abeln das Wahlplakat von Horst Bilo ab.
Hier reißt Jürgen Abeln das Wahlplakat von Horst Bilo ab.
Privat

Polizei wurde zum Plakat-Tatort gerufen

Zwei Zeugen hielten Jürgen Abeln fest, als die Polizei eintraf. Davor soll er versucht haben, wegzulaufen und schlug wild um sich. Das berichten Augenzeugen über die verhängnisvolle Nacht des OB-Kandidaten. Mit dem Rad soll er herumgefahren sein, um dann Wahlplakate seines Gegners Horst Bilo abzuhängen. Die soll er durch seine eigenen ersetzt haben – das ist strafbar.

„Der muss in einen Wahn verfallen sein durch die ganzen Schilder, die er von sich aufgehangen hat, dass er schon leicht zum Größenwahn neigt“, sagt OB-Kandidat Horst Bilo über seinen Mitstreiter. Dass seine Plakate abgehängt und von der Konkurrenz höchstpersönlich überklebt wurden, das habe er von Reinhard Zielke erfahren. Er wurde zufällig Zeuge des Unterfangens. In der Tatnacht hatte er die Polizei über Abelns Attacke informiert und so für Plakat-Gerechtigkeit gesorgt.

Jetzt jedenfalls ist Bilo verärgert. Dass Jürgen Abeln im Dunkeln mit dem Rad herumgefahren sei – seiner Vermutung nach auch über Umwege, um seine Spur zu verwischen – sehe er kritisch: „Ich muss ganz ehrlich sagen, bin jetzt kein Arzt, aber ich würde das wahrscheinlich reagieren.“

Polizei bestätigt den Vorfall

Jürgen Abeln wurde am Abend seiner Plakat-Aktion von der Polizei befragt .
Jürgen Abeln wurde am Abend seiner Plakat-Aktion von der Polizei befragt .
Privat

Im Gespräch mit RTL bestätigt die Polizei den Vorfall mit Abeln. Als die Beamten eingetroffen seien, hätten zwei Personen den OB-Kandidaten festgehalten. „Zu seiner Motivation hat er nicht im Detail Stellung bezogen. Er hat gesagt, dass ein Plakat aus seiner Sicht unrechtmäßig dort hängen würde und er es abgehängt hat, um diese Unrechtmäßigkeit dem Ordnungsamt zu melden“, sagte ein Polizeisprecher. Die Angelegenheit werde jetzt beim Staatsschutz bearbeitet, da man einen politischen Hintergrund vermute.

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Abeln rechtfertigt sein Handeln mit Sicherheits-Maßnahmen

Und Abeln? Der versucht sein Handeln so zu rechtfertigen: „Ich war unterwegs, um Plakate auszutauschen – bei mir waren ja auch einige kaputt – und dann bin ich hier vorne rechts runtergefahren, habe gesehen, dass da ein Plakat direkt vor dem Fußgängerüberweg war.“ Das habe dort schon einen Tag vorher gehangen, als er an der Ampel stand mit dem Rad. Das Plakat hätte seine Sicht versperrt. „Ich dachte: Junge, Junge, Junge, das ist schon gefährlich. Wenn da jetzt ein Kind rüberläuft, das sehe ich nicht, das machst du jetzt mal lieber ab.“

Wer nun Recht hat, das müssen jetzt Polizei und Staatsschutz klären. Fest steht: Mit seiner Aktion hat OB-Kandidat Abeln jetzt schon viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.