Mubarak-Verfahren: Gericht ordnet Wiederaufnahme an

Nach seinem erzwungenen Rücktritt 2011 hat Mubarak die meiste Zeit in einem Armeekrankenhaus verbracht.
Nach seinem erzwungenen Rücktritt 2011 hat Mubarak die meiste Zeit in einem Armeekrankenhaus verbracht.
© dpa, Khaled Elfiqi

04. Juni 2015 - 20:45 Uhr

Urteil soll bindend sein

Das oberste Berufungsgericht Ägyptens hat die Wiederaufnahme eines Verfahrens gegen den ehemaligen Langzeitmachthaber Husni Mubarak angeordnet. Der Start der Verhandlungen sei für den 5. November angesetzt, berichtete die staatliche Zeitung 'Al-Ahram'. Das dann gefällte Urteil sei bindend.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 87-Jährigen vor, als Oberkommandierender der Sicherheitskräfte Anfang 2011 für den gewaltsamen Tod von Hunderten Demonstranten verantwortlich gewesen zu sein. Ein Gericht hatte die Anklage im November des Vorjahrs zunächst fallengelassen.

Während der Massenproteste gegen das Mubarak-Regime im Januar und Februar 2011 hatten Spezialeinsatzkräfte und bewaffnete Mobs immer wieder Demonstranten angegriffen. Dabei kamen mehr als 800 Menschen ums Leben. Mubarak wurde schließlich am 11. Februar 2011 zum Rücktritt gezwungen. Seitdem verbrachte der Ex-General die meiste Zeit in einem Armeekrankenhaus in Kairo.

In einem ersten Prozess war Mubarak 2012 wegen der Tötung von Demonstranten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht hob das Urteil jedoch auf und ordnete ein neues Verfahren an. Während jener Verhandlung ließ das Gericht die Anklage fallen.