Camps vor der Todeszone zugemüllt

Rekord-Saison am Mount Everest: Bergsteiger hinterlassen tonnenweise Müll

26. Juni 2019 - 11:01 Uhr

Im Video: Das lassen die Kletter-Touristen im Himalaya liegen

"Die Bergsteiger nehmen Schokolade und anderes Essen verpackt mit hoch", erklärt Pemba Nuru, der von Nepals Regierung dafür bezahlt wird, auf den Mount Everest zu kletten, um sauber zu machen. Es war eine Rekord-Saison am höchsten Berg der Welt, so viele Kletterer wollten das Dach der Welt erklimmen, das ein Bild des Staus auf dem Weg zum Gipfel um die Welt ging. Nach dem Massenandrang blieb der Müll. Was Bergsteiger alles in ihren Camps vor der Todeszone liegengelassen haben, das sehen Sie im Video.

5.000 Kilogramm Müll liegen noch auf dem Mount Everest

Den Traum, das Dach der Welt zu besteigen, haben sich ingesamt seit der Erstbesteigung 1953 schon über 5.000 Menschen erfüllt. In der Anfang Juni beendeten diesjährigen Klettersaison machten sich 375 Bergsteiger mit Genehmigungen der nepalesischen Regierung auf den Weg zum Gipfel. Doch elf Menschen starben beim Versuch, den Mount Everest zu erklimmen - allein in diesem Jahr.

Wer es auf den Gipfel geschafft hat, soll eigentlich sein Equipment und acht Kilogramm Müll beim Abstieg aus den Camps ins Tal mit zurücknehmen. Doch das wird kaum kontrolliert. Das Camp vier liegt auf 8.000 Metern Höhe und ist das letzte vor der Todeszone. Hier warteten die Kletterer und ihre Sherpas (nepalesische Bergführer) auf gute Wetterbedingungen, um den Gipfel zu erklimmen. So lange, dass es sogar zum Stau kam. Und während der Wartezeit fiel eine Menge Müll an.

Noch mehr Hinterlassenschaften als nur Müll

Doch der Müll sei nicht das einzige Problem, erklärt Ang Dorjee vom unabhängigen Everest Pollution Control Committee. Seine Orgnaisation geht davon aus, dass rund 8.000 Kilogramm menschlicher Exkremente allein in diesem Jahr in Camp zwei, oberhalb des Basislagers, zurückgelassen wurden.

"Man stelle sich einfach vor, wie viel Ausscheidungen hunderte Menschen produzieren, die hier für fünf, zehn oder sogar 20 Tage ausharren", erklärt Dorjee. Die Kletterer graben Löcher in den Schnee oder verrichten ihr Geschäft in Spalten im Berg. Bei steigenden Temperaturen am Gletscher im Frühjahr schmilzt der Schnee und die Hinterlassenschaften fließen in die tiefer gelegenen Camps. Dort tauen viele Kletterer Schnee auf, um ihn als Trinkwasser nutzen zu können.