Hunger ungebrochen

Motorrad-Legende Valentino Rossi will auch 2021 in der MotoGP fahren

FILE PHOTO: MotoGP - Valencia Grand Prix
© REUTERS, Heino Kalis, /FW1F/Hugh Lawson

28. April 2020 - 8:39 Uhr

Rennausfälle verhindern Abschiedstournee

Der neunfache Motorradweltmeister Valentino Rossi hat offenbar auch mit 41 Jahren noch nicht genug von seinem Sport. 2020 läuft sein Vertrag eigentlich aus, doch wegen der vielen Rennausfällen in diesem Jahr möchte der Italiener auch 2021 in der Startaufstellung stehen.

Yamaha ersetzt Rossi durch Toptalent

"Ich möchte nicht aufhören, ohne Rennen zu fahren. Das wäre keine schöne Art, meine Karriere zu beenden", sagt Rossi in Bezug auf die Fortsetzung seiner Karriere. Offen ist dabei nur, für welches Team er in der nächsten Saison fährt. Sein Yamaha-Werksteam, für das er seit 2013 zum zweiten Mal fährt, hat seinen 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Stattdessen verpflichtete der Motorradhersteller Nachwuchshoffnung Fabio Quartararo (21) für die kommenden zwei Saisons. Somit steht Rossi, der wegen seiner präzisen Herangehensweise auch als "Doktor" bezeichnet wird, für 2021 ohne Team da. Aufgrund seiner bahnbrechenden Erfolge mit den Japanern (vier gemeinsame WM-Titel) sicherte Yamaha ihrem Aushängeschild werksseitige Unterstützung zu, sollte sich Rossi dazu entscheiden, seine Karriere trotzdem fortzusetzen.

Eigenes VR46-Team als Lösung?

Daher kommt eigentlich nur das Kundenteam "Petronas" infrage, da nur diese Mannschaft mit Yamaha-Motorrädern an den Start geht. Da Petronas mit Quartararo einen Fahrer ans Werksteam abgeben mussten, ist der Weg für Rossi daher eigentlich frei. Wäre da nicht der Teamchef Razlan Razali. Der Malaysier möchte gerne weiterhin junge Fahrer in seinem Team fördern. Keine guten Nachrichten für Rossi. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters hält sich das Interesse anderer Hersteller ebenfalls in Grenzen. Eine weitere Möglichkeit wäre der Aufbau eines eigenen Rossi-Teams für 2021. Völlig aus der Luft gegriffen ist dieser Gedanke nicht: In den Unterklassen der MotoGP, der Moto 2 und Moto 3, besitzt der Italiener seine eigenen Temas, die unter dem Namen "VR 46 Racing" fahren. Eine Ausweitung dieses Projektes in die Königsklasse bereits für das nächste Jahr käme dennoch etwas früh.

Promoter braucht Rossi als Zugpferd

Hilfe könnte die Motorsport-Ikone vom Promoter der MotoGP, Dorna Sports, erhalten. Für den Veranstalter ist Rossi durch seine immens hohe Popularität nach wie vor der beste Kassenschlager. Von den Merchandiseumsätzen der "gelben 46" können Formel 1-Stars nur träumen. Das weiß auch die Dorna. Der Promoter wird daher alles versuchen, Rossi bei einem Team unterzubringen. Da die aktuelle Saison sowieso erst frühestens im Juli starten kann, bleibt nun umso mehr Zeit, diese für die Motorrad-WM elementare Angelegenheit zu klären. Denn eines ist klar: Eine MotoGP ohne Valentino Rossi ist nach wie vor kaum vorstellbar.