Edinburgher Firma nutzte das TV-Material

Motoneuron-Erkrankung : Helen bekommt verlorene Stimme wieder - dank Auftritt in Quiz-Show

Der Auftritt in der ITV Game Show Tipping Point würde Helen noch ein zusätzlichen, wirklich unbezahlbaren Schatz bescheren.
Der Auftritt in der ITV Game Show Tipping Point würde Helen noch ein zusätzlichen, wirklich unbezahlbaren Schatz bescheren.
© ITV/Shutterstock

18. April 2021 - 12:29 Uhr

Auftritt in TV-Show war doppeltes Glück

Die 76-jährige Rentnerin Helen Whitelaw aus dem schottischen Glasgow trat 2019 bei der britischen TV-Show "Tipping Point" bei ITV an – und gewann damals fast 3000 Pfund Sterling. Was sie nicht wusste: Dieser Auftritt würde ihr noch ein zusätzlichen, wirklich unbezahlbaren Gewinn bescheren: die Wiedergewinnung ihrer eigenen Stimme. Die hat sie nämlich durch eine seltene Neuro-Erkrankung ein Jahr nach ihrem Auftritt in der Show verloren.

Wahrer Gewinn zeigte sich erst später

3000 Pfund Sterling, also umgerechnet cirka 3500 Euro hatte Helen Whitelaw in der britischen Quiz-Show Tipping Point gewonnen. Ein hübsches Sümmchen, mit dem man einen schönen Urlaub oder Ähnliches finanzieren kann. Doch der wahre Gewinn war einfach nur die Tatsache, dass sie dort war, gesprochen hat und diese Aufnahmen natürlich archiviert wurden.

Stimmverlust: Bei Helen wird eine Motoneuronerkrankung diagnostiziert

Denn im Jahr darauf meinte das Schicksal es nicht mehr so gut mit Helen: Sie erkrankt an der Motoneuronen-Krankheit. Motoneuron-Erkrankungen führen zu einer progressiven Schädigung der Nervenzellen, die Muskelbewegungen anregen. Als Folge davon kommt es zum Schwund, zur Schwächung und zum Funktionsverlust der Muskeln, die von diesen Nerven stimuliert werden. Das Gesicht wird ausdruckslos, die Muskelschwäche im Rachen führt zu einer undeutlichen Sprache und Schluckstörungen. Helen konnte auf einmal nicht mehr sprechen!

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"Ich wollte nicht wie eine Maschine klingen"

Ben Shephard
Tipping Point-Moderator Ben Shephard
© GETTY IMAGES, Getty Images, John Phillips

Sie bekommt einen Sprachcomputer, der ihre Sätze wiedergibt. Doch die Stimme klingt fremd und blechern. "Ich wollte, dass die Leute wissen, was ich sage - und ich wollte nicht wie eine Maschine klingen", sagt Helen der BBC. Ihre Tochter Gillian Scott erzählt dem Tipping Point-Moderator Ben Shephard in der Sendung Good Morning Britain, dass die Familie zu diesem Zeitpunkt befürchtet habe, "alle Hoffnung sei verloren".

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Edinburgher Firma gelingt die Stimm-Rekonstruktion

Aber Ingenieure der Edinburgher Firma SpeakUnique haben eine Idee: Sie versuchen Helens Stimme mit den Aufnahmen aus der Sendung Tipping Point klanglich zu rekonstruieren. Und es gelingt - Helens Computer-Stimme klingt wieder genau so wie vor ihrer Erkrankung. Helen erzählt überglücklich, sie sei "extrem dankbar", ihre Stimme wieder zu haben. "Meine Frustration ist verschwunden und ich kann normale Gespräche führen."

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