Moskau: Geheimes Manöver simuliert Militär-Aktionen Russlands gegen NATO und Deutschland

© dpa, Sergei Ilnitsky

20. Dezember 2017 - 12:45 Uhr

Rätselhafte Beziehung zwischen Russland und den USA

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind nicht unbedingt leicht zu durchschauen. Zum einen gab es da vor kurzem die US-Warnung an die Russen, dass ein Anschlag in Sankt Petersburg drohe. Danach sprach Russland von produktiver Zusammenarbeit und Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte: "Genau solche Standards müssen wir als unseren weiteren Kurs anstreben." Man wolle den verhinderten Anschlag zum Anlass für eine stärkere Kooperation nehmen

USA erklären Russland zum Gegner

Ein paar Stunden später hielt US-Präsident Donald Trump eine Rede zur nationalen Sicherheit. Dabei brandmarkte er Russland und China als "rivalisierende Mächte" und Konkurrenten der USA. Die Russen antworteten, die USA führten einen nicht erklärten "hybriden Krieg" gegen die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und wollten die Lage dort destabilisieren. Das Verhältnis zu Amerika und auch zur Nato verschlechtert sich offensichtlich gerade einmal wieder.

Armee ist Putin wichtig

NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Exellence direkt vor Russlands Haustür in Tallinn, Estland.
NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Exellence direkt vor Russlands Haustür in Tallinn, Estland.
© REUTERS, INTS KALNINS, IK

Zu diesem insgesamt also eher schlechten Verhältnis passen Berichte über ein groß angelegtes Manöver Russlands im September 2017. Noch immer empfindet Russland das westliche Militärbündnis als Bedrohung. Nach der Auflösung des Warschauer Paktes nach dem Auseinanderbrechen der UdSSR fühlen sich die Russen nicht mehr auf Augenhöhe mit den Vereinigten Staaten. Umso wichtiger scheint es dem russischen Präsidenten Vladimir Putin, die Schlagkraft seiner Armee unter Beweis zu stellen.

Probe für "vollständigen, konventionellen Krieg gegen die Nato in Europa"

Und genau das tat er im September, als die Soldaten im Manöver probten, das Baltikum zurück zu erobern, und Polen von der Nachschubversorgung abzuschneiden. Das berichtet die 'Bild-Zeitung' unter Berufung auf zwei Geheimdienstexperten. Offiziell deklariert war das Manöver als Anti-Terror-Übung, laut der Experten handelte es sich um die Probe für einen "vollständigen, konventionellen Krieg gegen die Nato in Europa".

Wichtiger Bestandteil der Militärübung sind sogenannte Schockkampagnen gegen westliche Nato-Länder, darunter Deutschland. Mögliche Ziele sind Marinestützpunkte an Nord- und Ostsee. Außerdem fanden weitere Übungen auf der annektierten Krim statt und in der Nähe Bulgariens und Rumäniens, die ebenfalls zur Nato gehören.