Fünftes Opfer auf Zypern gefunden

Urlaubsinsel nach Mordserie unter Schock: Polizei zieht Kinderleiche aus einem See

06. Mai 2019 - 12:03 Uhr

Menschen auf Zypern sind schockiert und wütend

Seit Wochen erschüttert eine grausame Mordserie die Mittelmeerinsel Zypern. Tatverdächtig ist der 35-jährige Ex-Armeeoffizier Nikos Metaxas. Er hat laut Polizei bereits den Mord an fünf Frauen und zwei Mädchen gestanden. Vier Leichen wurden bisher gefunden. Am Sonntag zogen Taucher ein weiteres Opfer in einem Koffer aus dem blutroten Baggersee. Es soll sich um eines der getöteten Mädchen handeln.

Nächste Leiche auf Zypern aufgetaucht

Taucher fanden die Leiche des Mädchens in einem Koffer, der mit Zement beschwert in einem Baggersee südwestlich der Hauptstadt Nikosia versenkt worden war, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK). Der gefundene Körper befinde sich "in einem fortgeschrittenen Stadium der Zersetzung", sagte der Polizeisprecher. Die Leiche werde nun obduziert.

In dem See war bereits zuvor eines der mutmaßlichen Opfer entdeckt worden, wie im Video zu sehen ist. Die Polizei kündigte an, dort weiterhin nach einem dritten versenkten Koffer mit menschlichen Überresten zu suchen.

Der Serienkiller tötete Mutter und Tochter

 Zypern, Mitsero: Polizisten transportieren einen Koffer auf einer Trage. Bei der Suche nach den Opfern eines Serienmörders auf der Mittelmeerinsel Zypern hat die Polizei am Sonntag eine weitere Leiche entdeckt.
Zyprische Ermittler fanden die Leiche südwestlich der Hauptstadt Nikosia.
© dpa, Petros Karadjias, PK

Der mutmaßliche Serienkiller, Nikos Metaxas, war einst Offizier in der Zyprischen Nationalgarde. Der 35-Jährige hat mittlerweile die Morde an fünf Frauen und zwei Kindern gestanden. Sie sollen aus Asien und Rumänien stammen und in Zypern als Haushälterinnen gearbeitet haben. Leichenfunde machte die Polizei bisher in einer verlassenen Erzgrube und in dem betreffenden Baggersee.

Den Fall ans Licht brachte der Fund der 38-jährigen Philippinerin Mary Rose Tiburcio. Ihr Leichnam wurde in einem überfluteten Schacht in der Nähe des Sees gefunden. Die Ermittlungen führten schließlich zur Verhaftung des Armeeoffiziers. Noch sucht die Polizei nach ihrer sechsjährigen Tochter, einer Rumänin und einem weiteren Mädchen.

Heftige Kritik an Justiz und Polizei

Zypern, Mitsero: Polizisten laden einen Koffer auf ein Polizeifahrzeug.
Ob es noch weitere Opfer gibt, muss nun ermittelt werden.
© dpa, Petros Karadjias, PK tli

Der Fall hält Zypern seit gut drei Wochen in Atem. Der zyprische Justizminister trat zurück, der Polizeichef wurde gefeuert. Kritik an den Behörden entfacht sich vor allem deshalb, weil es sich bei den Vermissten um Ausländerinnen und "Bürger zweiter Klasse" gehandelt haben und die Polizei deshalb trotz Vermisstenanzeigen schon seit 2016 nicht aktiv geworden sein soll. Die Ermittler fürchten, dass der mutmaßliche Täter noch mehr Frauen getötet haben könnte.