Mordprozess in Freiburg: Angeklagter gesteht Mord an Joggerin Carolin G.

22. November 2017 - 9:50 Uhr

Lkw-Fahrer aus Rumänien gesteht, Carolin G. vergewaltigt und ermordet zu haben

Im Fall der ermordeten Joggerin Carolin G. hat der Angeklagte Catalin C. heute vor dem Landgericht Freiburg gestanden, die 27-Jährige vergewaltigt und ermordet zu haben. Die junge Frau war im November vergangenen Jahres in den Weinbergen von Endingen bei Freiburg tot aufgefunden worden. Die Einwohner der Kleinstadt leben seit der Tat in Angst.

Geständnis in Aufsehen erregendem Prozess

Der Sexualmord an Carolin G. hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt und viele Menschen bewegt. Entsprechend hoch ist schon vor Prozessauftakt das Medien- und Besucherinteresse. Die junge Frau war damals von ihrer Laufstrecke nicht zurückgekehrt. Erst nach einer tagelangen Suchaktion wurde die Leiche der 27-Jährigen in einem Waldstück in den Endinger Weinbergen gefunden. Die Obduktion ergab, dass Carolin G. einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen war.

Wenige Stunden nach Prozessbeginn hat der 40-jährige LKW Fahrer Catalin C. sich zur Vergewaltigung und zum Mord an Carolin G. bekannt.

Rumänischer Lkw-Fahrer ist wegen weiteren Mordes angeklagt

Blumen und Kerzen stehen am 11.11.2016 in Gedenken der getöteten Endingerin auf und um den Stadtbrunnen in Endingen (Baden-Württemberg). Die getötete Joggerin wurde nach Polizeiangaben Opfer einer Sexualstraftat. Foto: Patrick Seeger/dpa +++(c) dpa -
Der Sexualmord an der Freiburger Joggerin Carolin G. hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.
© dpa, Patrick Seeger, pse tba

Im Juni konnten die Ermittler den 40-Jährigen Lkw-Fahrer aus Rumänien festnehmen: Catalin C. soll Carolin G. aufgelauert, sie anschließend vergewaltigt und dann mit einer Eisenstange erschlagen haben. Seit seiner Festnahme saß er in Haft.

Dem Familienvater wird zudem der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Jahr 2014 vorgeworfen. Ihre Leiche wurde am Ufer des Inns im österreichischen Kufstein gefunden. An beiden Tatorten wurden identische DNA-Spuren entdeckt.

Verhandelt wird in Freiburg allerdings nur der Fall von Carolin G. Danach will die Justiz in Österreich die Sachlage prüfen. Der Anklage lautet auf Mord und besonders schwere Vergewaltigung. Catalin C. drohen lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die Angehörigen von Carolin G. werden als Nebenkläger erwartet.

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Endingen hat sich seit dem Vorfall stark verändert

Auch ein Jahr nach der schrecklichen Tat können die Endinger immer noch nicht fassen, was in ihrer Heimat geschehen ist. Viele Bewohner leben seitdem in Angst. Gerade Frauen fühlen sich unwohl, wenn sie in der Kleinstadt allein unterwegs sind: "Der Täter ist in mein Territorium eingedrungen und hat mir ein Stück Unbefangenheit genommen", sagt eine Anwohnerin. Im Video sprechen die Endinger darüber, wie sie täglich gegen die Angst ankämpfen.

Am Brunnen in der Stadt haben die Menschen Kerzen für Carlin G. aufgestellt. Sie hoffen, mit dem Prozess ein Stück weit mit dem Geschehenen abschließen zu können.