Mordprozess in Augsburg: Student soll eigene Mutter totgeprügelt haben

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5. Mai 2017 - 16:29 Uhr

Er soll seine Mutter totgeprügelt haben

Er soll seine eigene Mutter Michaela (42) in der Toilette der gemeinsamen Wohnung in Augsburg so lange geprügelt haben, bis sie tot war. "Bewusst und gewollt" habe er sie mehrere Male stark getreten, geschlagen und ihr Stöße verpasst, so die Anklage. Der heute 22-jährige Timo B. blickt schüchtern in den Schwurgerichtssaal des Augsburger Landgerichts und nimmt auf der Anklagebank Platz.

Mit einer gebrochenen Nase und massiven Einblutungen im Gesicht soll er die Finanzamtsmitarbeiterin zurückgelassen haben. Kurz danach erstickte Michaela B. an ihrem eigenen Blut. Noch ist unklar, was das Tatmotiv gewesen sein könnte. Der mutmaßliche Täter beteuert hingegen diese Tat nicht begangen zu haben. "Ich habe meine Mutter definitiv nicht umgebracht, ich habe sie geliebt und vermisse sie sehr", soll der angeklagte BWL-Student laut 'Bild' vor Gericht gesagt haben. Seine Version: Er habe die Leiche gefunden und den Notruf gewählt.

Überführen ihn die DNA-Spuren seiner Freundin?

Doch überall an der Toten wurde die DNA des Angeklagten gefunden – an Stirn, Nase, Unter- und Oberlippe, Kinn, Ellbogen, Handrücken, Hals, Oberschenkeln und Fingernägeln.

Überraschend: Auch DNA-Spuren von Timos Freundin wurden an der Leiche festgestellt. Doch die will zum Tatzeitpunkt mit ihrer Familie im Spanien-Urlaub gewesen sein. Auf die Frage der Richterin hin, wie die Spuren da hinkommen, sagt die Gymnasiastin: "Vielleicht hab ich mir mal ne Blase gelaufen am Fuß, die aufgegangen ist. Ich hatte auch eine Zahnbürste im Badezimmer."

Dem Angeklagten drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. Das Urteil soll am 30. Mai fallen.