Dritter Prozesstag um den Mord an Walter Lübcke

Weitere Vernehmung des Hauptverdächtigen Stephan Ernst wird gezeigt

30. Juni 2020 - 17:25 Uhr

Stephan Ernst soll Mord-Geständnis widerrufen haben

Der dritte Tag im Prozess um den Mord an dem ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat am Dienstagmorgen begonnen. Im Laufe des Tages soll ein weiteres Video einer Vernehmung des Hauptverdächtigen Stephan Ernst gezeigt werden. In dieser soll er sein erstes Geständnis widerrufen und seinen Mitangeklagten Markus H. belastet haben.

Zuerst Stellungnahmen zum letzten Vernehmungsvideo

Vorher bekommen Anklage und Verteidigung aber noch Gelegenheit, sich zur letzte Woche gezeigten ersten Vernehmung zu äußern. In dieser hatte Stephan Ernst die Tat gestanden und die Ermittler sogar zu einem Waffenversteck geführt. Dort wurde auch die Mordwaffe gefunden. Stephan Ernst erwähnte auch Markus H. Damals versicherte Ernst aber noch, er habe die Tat aus eigenem Antrieb begangen, Markus H. habe ihn nicht angestiftet. Von einer Beteiligung am Mord war gar keine Rede.

Verteidigung hält erste Vernehmung für ungültig

Schon an der Rechtmäßigkeit ersten Vernehmung hatten die Verteidiger von Stephan Ernst gezweifelt. Dieser habe damals unter Schlafmangel gelitten und hatte außerdem Beruhigungsmittel genommen. Ein langes Vorgespräch zum Geständnis sei auch nicht aufgenommen worden.

Stephan Ernst ist Hauptverdächtiger im Mordfall Walter Lübcke

Ernst muss sich seit zwei Wochen als mutmaßlicher Haupttäter vor dem Oberlandesgericht verantworten. Laut Anklage tötete er den CDU-Politiker Walter Lübcke aus rechtsextremistischen Motiven. Dieser starb in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses in Nordhessen durch einen Kopfschuss.