Hunderte Männer sollen noch zum Speicheltest

Mordfall Claudia Ruf (†11): Massen-DNA-Test geht in die zweite Runde

Das undatierte Archivbild zeigt Claudia Ruf aus Grevenbroich bei Düsseldorf, die seit 11.05.1996 vermißt wurde. Am Abend des 13.05.1996 wurde ihre Leiche am Rande eines Getreidefeldes bei Euskirchen gefunden. Das elfjährige Mädchen ist offenbar erwür
Kann der Massengentest helfen, den Mord an der elfjährigen Claudia Ruf endlich aufzuklären?
bs/rf, picture-alliance / dpa, DB handout

Grevenbroich: Claudia Ruf (†11) wurde vor 23 Jahren ermordet

Vor rund 23 Jahren wurde die damals elfjährigen Claudia Ruf im nordrhein-westfälischen Grevenbroich missbraucht und ermordet. Mehr als 100.000 Seiten umfasst die Akte des Mordfalls mittlerweile. Bis jetzt sind rund 2.000 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Beim kürzlichen DNA-Test haben 675 Männer eine Speichelprobe abgegeben - doch vom Täter gibt es noch immer keine Spur. Bis Sonntagabend sind erneut männliche Einwohner von Grevenbroich-Hemmerden aufgerufen, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Die Aktion habe planmäßig begonnen, sagte ein Polizeisprecher in Neuss.

675 Männer aus Grevenbroich nahmen am Massen-DNA-Test teil

Am Samstag und Sonntag sind erneut männliche Einwohner von Grevenbroich-Hemmerden aufgerufen, eine Speichelprobe abzugeben. Am ersten Wochenende waren 675 Männer dem Aufruf gefolgt. "Es sind sogar Männer erschienen, die gar nicht eingeladen waren, aber trotzdem unbedingt eine Speichelprobe abgeben wollten", sagte ein Polizeisprecher in Bonn.

Die Eingeladenen waren zum Tatzeitpunkt zwischen 14 und 70 Jahre alt und lebten im Grevenbroicher Ortsteil Hemmerden. 800 leben noch vor Ort, weitere 800 sind weggezogen.

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Ermittler haben den "Kreis etwas größer gezogen"

Inzwischen hätten die Ermittler "den Kreis etwas größer gezogen": 1.900 statt wie zunächst geplant 1.600 Männer sollen freiwillig eine Speichelprobe abgeben. Parallel zu den Tests vor Ort in einer Grundschule habe man damit begonnen, Polizeidienststellen bundesweit anzuschreiben und um Proben der Männer zu bitten, die nicht mehr in Grevenbroich wohnen.

Die Auswertung der bislang genommenen Proben dauere an. Ergebnisse lägen noch keine vor. Außerdem waren seit Mitte November mehr als 100 Hinweise aus der Bevölkerung in dem Fall eingegangen. "Diesen Hinweisen gehen wir jetzt nach. Ein konkreter Tatverdacht hat sich daraus aber noch nicht ergeben", sagte ein Polizeisprecher.

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Die damals elfjährige Claudia Ruf war 1996 in ihrem Heimatort Hemmerden entführt und sexuell missbraucht worden. Ihre Leiche wurde etwa 70 Kilometer weiter auf einem Feldweg in Euskirchen bei Bonn gefunden.

Die Suche nach ihrem Mörder war wieder aufgerollt worden, weil Profiler neue Ansätze bei dem alten Fall entdeckt hatten. Es ist bereits der dritte und bislang größte DNA-Massentest in dem Mordfall. Seit 2017 dürfen die DNA-Labore zudem bei sogenannten Beinahe-Treffern Alarm schlagen, wenn also ein naher Verwandter des Täters eine Probe abgegeben hat.

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