In "Querdenken"-Chatgruppe

Morddrohungen gegen Thüringens Innenminister Georg Maier

Georg Maier (SPD), Innenminister von Thüringen. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild
Georg Maier (SPD), Innenminister von Thüringen. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

26. November 2020 - 10:08 Uhr

Bild mit Hass-Nachrichten in Chatgruppe gepostet

Der Chef der Innenministerkonferenz, Georg Maier (SPD), ist nach Angaben des Thüringer Innenministeriums in einer "Querdenken"-Chatgruppe bedroht worden. Demnach sei unter anderem auch ein Bild von Thüringens Innenminister Maier mit einem konkreten Aufruf gepostet worden.

Drohungen haben laut Medienbericht auch antisemitische Bezüge

Eine Sprecherin bestätigte Informationen des MDR, wonach in einem Eintrag in einer Telegram-Chatgruppe Bezug zu Maiers Vorschlag genommen wurde, ein Verbot der AfD zu prüfen, falls diese sich weiter radikalisiere. Details wollte eine Sprecherin nicht nennen, der MDR berichtete aber auch von einem antisemitischen Bezug der Nachrichten.

Drohbrief an Wahlkreisbüro geschickt

Es bleibt allerdings offenbar nicht bei Chatnachrichten: Nach MDR-Informationen ging außerdem ein Drohbrief bei Maiers Wahlkreisbüro in Waltershausen ein. Der Brief enthielt eine unbekannte Substanz, Polizei und Feuerwehr mussten das Gebäude evakuieren. Die Substanz stellte sich jedoch als ungefährlich heraus. Der Staatsschutz ermittelt.

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Auch Ministerpräsident Ramelow bedroht

Es ist nicht die erste Drohung gegen Politiker aus Kreisen der "Querdenken"-Bewegung. Vor knapp drei Wochen war in einer "Querdenken"-Chatgruppe dazu aufgerufen worden, Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Dinge vor die Tür zu stellen. Kurze Zeit später entdeckte Ramelow eine Grabkerze vor der Haustür seiner privaten Wohnadresse und einen Aufruf zur Teilnahme an einer "Querdenken"-Demonstration. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. "Querdenken"-Initiator Michael Ballweg hatte sich von dem Chat und dem Aufruf distanziert.

Quelle: DPA/RTL.de