Mordanschlag auf britischen Soldaten: Terror-Angst vor den 'einsamen Wölfen'

30. Mai 2013 - 12:36 Uhr

Weitere Verdächtige festgenommen

Die Polizei in London hat nach dem Mordanschlag auf einen Soldaten zwei weitere Verdächtige festgenommen: einen Mann und eine Frau, beide 29 Jahre alt. Sie werden von der Polizei verhört. Mehrere Wohnungen wurden durchsucht.

Soldat zerstückelt London
Der Getötete, Lee Rigby, war Vater eines zweijährigen Sohnes.
© dpa, Handout

Trotzdem gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden offenbar islam-fanatischen Täter zumindest ohne Unterstützung eines Terror-Netzwerks zuschlugen. Die Ermittlungen von Scotland Yard laufen auf Hochtouren, um alle Hintergründe des bestialischen Mordes an dem britischen Soldaten Lee Rigby aufzuklären. Der 25-Jährige war Vater eines zweijährigen Sohnes. So genannte 'einsame Wölfe' machen auch den deutschen Sicherheitsbehörden Sorgen.

Terrorismusexperten warnen vor solchen Einzeltätern: "Wir werden uns in den großen Metropolen in Europa an diese Gefahr gewöhnen müssen, dass einzelne auf einmal hervortreten, die kriminaltechnisch nicht in Erscheinung getreten sind, und auf einmal mit einer furchtbaren Bluttat auf sich aufmerksam machen", meint Terrorismusexperte Michael Lüders.

Championsleague-Finale: Größere Polizeipräsenz

Ähnliches geschah auch schon bei uns, als der Einzeltäter Arid Uka vor zwei Jahren in Frankfurt zwei US-Soldaten tötete. Aber auch der Norweger Anders Breivik, der 77 Menschen tötete, handelte allein. Und die beiden Attentäter des Boston Marathons gelten ebenso als einsame Wölfe.

Eine Bedrohung, vor der auch US-Präsident Obama am Abend bei seiner Anti-Terror-Rede warnte: "Wir werden niemals das Böse auslöschen können, das in den Herzen eines Menschen ist. Aber wir müssen Netzwerke zerstören, die uns bedrohen."

In London sollen nun über das Championsleague-Final-Wochenende eintausend zusätzliche Polizisten für Sicherheit sorgen. Die örtliche Polizei sieht dennoch weiterhin kein erhöhtes Sicherheitsrisiko. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine erhöhte Bedrohung", so ein Sprecher von Scotland Yard.