Bitte hab Verständnis dafür, dass wir in diesem Browser keine optimale Nutzung von RTL.de gewährleisten können. Bitte benutze einen aktuelleren Browser (z.B. Chrome, Firefox, Safari oder Edge), damit du die Seite wie gewohnt nutzen kannst.

Mord ohne Leiche: Freund aus Habgier zerstückelt? Lebenslange Haft für Angeklagten!

Das Landgericht Frankenthal hat heute sein Urteil gesprochen.
Das Landgericht Frankenthal hat heute sein Urteil gesprochen.
© dpa, Uwe Anspach

07. Juni 2017 - 11:00 Uhr

Angeklagter beteuerte bis zum Schluss seine Unschuld

Ein 65-Jähriger ist in Rheinland-Pfalz zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er nach Überzeugung des Landgerichts Frankenthal einen Bekannten umgebracht hat. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Verurteilte am 2. März vergangenen Jahres in Speyer einen 74-Jährigen getötet und dessen Tresor gestohlen hat.

War Habgier das Motiv?

"Er starb auf unbekannte Weise und an einem unbekannten Ort. Obwohl diese Fragen offen bleiben mussten, bestehen keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten", sagte Alexandra Ulrich, Vorsitzende Richterin am Landgericht, in ihrer Urteilsbegründung. Mit dem Urteil schloss sich das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage an. Als Nebenkläger traten Sohn und Tochter des mutmaßlichen Opfers auf. 

Das Gericht geht davon aus, dass der Mann aus dem badischen Philippsburg am 2. März vergangenen Jahres oder danach den 74-Jährigen aus Speyer ermordet hat, um an dessen Ersparnisse zu kommen. Die Anwältin des 65-Jährigen hatte Freispruch gefordert. Ihr Mandant hatte bis zum Schluss seine Unschuld beteuert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das mutmaßliche Opfer ist bis heute verschwunden. Am Rhein bei Philippsburg war allerdings der Teil eines Fußes entdeckt worden, der mittels DNA-Vergleich dem 74-Jährigen zugeordnet werden konnte. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann tot ist.

Nach Darstellung von Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz an einem früheren Prozesstag hatte der Angeklagte vom Handy des Opfers eine SMS-Kurznachricht an dessen Tochter geschickt und diese im Namen ihres Vaters beauftragt, ihm dessen Haustürschlüssel auszuhändigen. Weil dieser Plan misslungen sei, sei der Mann in die Wohnung des Opfers eingedrungen und habe den Tresor aufgebrochen, um an Wertgegenstände zu kommen.

Nach Angaben des Gerichts hatten sich der Angeklagte und das spätere Opfer zunächst flüchtig von einer gemeinsamen Arbeitsstelle her gekannt. In den vergangenen Jahren hätten sie dann regelmäßig Kontakt gehabt und sich zu Spaziergängen am Rhein getroffen.

Auch interessant