Schulfreund sagt als Zeuge aus

Einbetonierte Leiche in Dammfleth: Hat die 16-jährige Tochter beim Mord an ihrem Vater geholfen?

18. September 2019 - 10:32 Uhr

16-jährige Tochter soll einem Freund in der Schule vom Mord erzählt haben

Der Prozess um den Mord an einem 41-jährigen Familienvater auf einem Reiterhof in Dammfleth im Kreis Steinburg wird immer konfuser. Bisher gingen die Ermittler davon aus, dass die Ex-Partnerin des Mannes und ihr neuer Freund den 41-Jährige ermordet und die zerstückelte Leiche auf dem Hof versteckt hatten. Am vergangenen Freitag nahm die Polizei überraschend die 16-jährige Tochter des Opfers unter Mordverdacht fest. Am 17.09. hat ein Schulfreund der Jugendlichen vor Gericht ausgesagt und sie schwer belastet. Wie die Mutter des Opfers auf die Beschuldigungen gegen ihre Enkelin reagiert, sehen Sie im Video.

„Sie meinte, dass sie den Vater ins Zimmer gelockt haben“

Vor Gericht hat der 19-jährige Zeuge heute erzählt, dass seine damalige Schulfreundin ihm schon 2017 in einer Pause erzählt habe, dass ihre Mutter, deren neuer Freund und sie den Vater in ein Kinderzimmer gelockt und dort getötet hätten. Der neue Freund habe sich hinter dem Schrank versteckt und den Vater erschossen. Die Schülerin habe dabei einen verwirrten Eindruck gemacht und befürchtet, sie würde von ihrer Mutter abgehört. "Sie sagte, sie dürften nicht laut darüber reden", berichtet der 19-Jährige.

Freund nahm Aussagen der Tochter zunächst nicht ernst

"Sie hat erzählt, dass sie ihn auf dem Hof vergraben haben und dann haben sie das Zimmer renoviert", berichtet der Zeuge weiter. Damals habe er seiner Schulfreundin nicht geglaubt. Erst als die Leiche gefunden wurde, habe er realisiert, dass er zur Polizei gehen müsse.

Zwei Jahre lang galt der Familienvater als vermisst

Die Ex-Frau des Opfers selbst meldete ihren ehemaligen Lebenspartner 2017 als vermisst. Sie erfindet später auch eine Fluchtgeschichte, wonach der 41-Jährige nach Skandinavien geflohen sein soll. Im März fanden Ermittler die Leiche schließlich zerstückelt und einbetoniert auf dem Reiterhof der Angeklagten. Die Urteile werden frühestens Ende des Jahres erwartet.