Mord im saudischen Konsulat: Das waren die letzten Worte von Jamal Khashoggi

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12. November 2018 - 13:57 Uhr

Es gibt Tonaufnahmen von Khashoggis Ermordung

Wie starb der regierungskritische saudische Journalist Jamal Khashoggi? Der 59-Jährige wurde in der Botschaft seines Heimatlandes in Istanbul wahrscheinlich gefoltert und getötet. Die türkischen Ermittler wissen vermutlich schon lange, was genau sich hinter den Türen des Konsulats abgespielt hat, denn es gibt Tonaufnahmen von der Tat.

"Ich ersticke"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte das und leitete sie an Deutschland, die USA, Frankreich, Großbritannien und Saudi-Arabien weiter. Was genau darauf zu hören ist, war bisher unklar. Nun kamen erstmals Details ans Licht. Der Journalist erstickte qualvoll mit einer Plastiktüte über dem Kopf.

Auf den Aufnahmen sei zu hören, wie Khashoggi panisch sagt: "Ich ersticke", erklärte ein türkischer Investigativ-Journalist in einem Interview mit dem Sender Al Jazeera. "Nehmen Sie die Tüte von meinem Kopf, ich habe Platzangst", sei danach noch zu hören gewesen. Das waren die letzten Worte des getöteten Journalisten, sagte Nazif Karaman, der für die Zeitung Sabah arbeitet. Er hat die Aufnahmen angehört.

Khashoggis Todeskampf dauerte sieben Minuten

Danach habe Khashoggi nichts mehr sagen können. Sein Todeskampf dauerte den Aufnahmen zufolge sieben Minuten, berichtete Karaman. Danach hätten die Mörder den Boden mit Plastikfolie ausgelegt und die Leiche des 59-Jährigen zerstückelt. Die Prozedur, die von einem Spezialisten aus Saudi-Arabien angeleitet wurde, habe rund 15 Minuten gedauert.

Khashoggi wollte Anfang Oktober in der Botschaft Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abholen. Sie wartete vor dem Gebäude auf ihn, doch der Journalist kam nicht mehr heraus. Unter internationalem Druck gab Saudi-Arabien inzwischen zu, dass Khashoggi, der in der Türkei im Exil lebte, von einem 15-köpfigen Spezialteam getötet wurde. Hochrangige Regierungsmitarbeiter hätten die Mördertruppe auf eigene Faust beauftragt. Der saudische Thronfolger und Kronprinz Mohammed bin Salman und auch König Salman wussten angeblich nichts von den Plänen.