Stephan E. besaß Tatwaffe, Uzi und Pump-Gun

Polizei stellt Waffen im Fall Lübcke sicher

27. Juni 2019 - 20:41 Uhr

Zwei weitere Festnahmen

Nach dem Mord an Walter Lübcke haben Ermittler Waffen sichergestellt. Dies berichtet unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Die Bundesanwaltschaft bestätigte unterdessen zwei weitere Festnahmen.

Verdacht auf Beihilfe zum Mord

Höxter: Männer festgenommen, die mit dem geständigen Lübcke-Mörder Stephan Ernst in Verbindung standen.
Festnahme zweier Männer, die mit dem geständigen Lübcke-Mörder Stephan Ernst in Verbindung standen.
© Corinna Richter

Die beiden Deutschen im Alter von 64 und 43 Jahren (Elmar J. und Markus H.) seien dringend der Beihilfe zum Mord verdächtig. Gegen beide Männer wurde Haftbefehl erlassen.

Der 64-Jährige soll dem geständigen Mörder Stephan Ernst im Jahr 2016 die spätere Tatwaffe verkauft haben. Der Jüngere soll den Kontakt vermittelt haben. Ihre Wohnungen in Kassel sowie im Landkreis Höxter wurden durchsucht. Ob dabei Belastendes gefunden wurde, sagte die Behörde nicht.

NS-Devotionalien bei Waffen-Vermittler gefunden

ARCHIV - 25.06.2012, Hessen, Kassel: Walter Lübcke (CDU), damals Regierungspräsident von Kassel, spricht bei einer Pressekonferenz. Der tatverdächtige Stephan E. soll den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gestanden haben. Das b
Walter Lübcke starb an einem Kopfschuss aus der Tatwaffe von Stephan Ernst
© dpa, Uwe Zucchi, htf jai

Der Tatverdächtige im Mordfall Lübcke hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft gestanden, selbst Waffen verkauft zu haben. Daher habe die Staatsanwaltschaft Kassel Ermittlungen gegen zwei weitere Beschuldigte eingeleitet, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwalts am Donnerstag in Karlsruhe. Ein Zusammenhang mit dem Fall Lübcke sei bislang nicht erkennbar.

Der "SZ" zufolge hatte Ernst ausgesagt, dass er zahlreiche Waffen besitze - neben der Tatwaffe auch eine Pump-Gun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi samt Munition. Ob die jetzt verhafteten Männer Verbindungen in die rechtsextremistische Szene haben, ist derzeit nicht bekannt. Allerdings gebe es Hinweise darauf, bei der Durchsuchung der Wohnung des Vermittlers seien NS-Devotionalien sichergestellt worden.