9. Juni 2018 - 10:32 Uhr

Ali Bashar hat bereits gestanden, Susanna getötet zu haben

Nur vier Tage nach dem Bekanntwerden des brutalen Mordes an der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz ist der mutmaßliche Täter in Haft. Ali Bashar war zwischenzeitig in seine irakische Heimat geflohen, dort aber am Freitag von kurdischen Sicherheitskräften verhaftet worden. Am Samstag wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Nach der Landung des Flugzeiges in Frankfurt wurde er sofort mit einem Hubschrauber zum Polizeipräsidium Westhessen nach Wiesbaden gebracht, wo er umgehend vernommen werden sollte

Alkohol, Tabletten und Streit

Messages of mourning, candles and flowers are placed by people for Susanna F., the teenager who was found dead two days ago, in Wiesbaden-Erbenheim, Germany, June 8, 2018. REUTERS/Ralph Orlowski
Briefe, Zettel, Blumen - die Bevölkerung nimmt großen Anteil am Schicksal des ermordeten Mädchens.
© REUTERS, RALPH ORLOWSKI, ROR/ZUZ

Am Sonntag werde er dann dem Haftrichter vorgeführt, heißt es. Dann werde ihm der Haftbefehl eröffnet. Zuständig für die Vernehmung ist das Polizeipräsidium Westhessen mit Sitz in Wiesbaden.

Kurdischen Ermittlern zufolge hat Ali B. die Tötung des 14-jährigen Mädchens gestanden. Bashar habe behauptet, er und sein Opfer hätten vor der Tat viel Alkohol getrunken und Tabletten geschluckt. Zwischen den beiden sei es zum Streit gekommen. Das 14-jährige Mädchen habe gedroht, die Polizei anzurufen, was Bashar nach eigener Aussage zu der Tat getrieben habe - er habe das Mädchen stranguliert.

Mutter behauptet, Bashar könne sich nicht an die Tat erinnern

07.06.2018, Hessen, Wiesbaden: Journalisten fotografieren eine Stellwand mit dem polizeilichen Fahndungsfoto des Gesuchten Ali Bashar. Der 20-jährige Iraker gilt im Fall des gewaltsamen Todes von Susanna F. als dringend tatverdächtig und hat sich off
Ali Baschar war bereits am Tag nach Bekanntwerden des Mordes als Verdächtiger international zur Fahndung ausgeschrieben worden.
© dpa, Boris Roessler, brx tba

Die Mutter des Verdächtigen sagte der "Deutschen Welle", ihr Sohn könne sich nicht an die Tat erinnern, weil er betrunken gewesen sei. Demnach erfuhr die Familie erst durch die Verhaftung im Irak und durch Nachrichten im Internet von den Vorwürfen gegen den jungen Mann.

Ali Bashar steht im dringenden Verdacht, die am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefundene Susanna aus Mainz in der Nacht vom 22. auf 23. Mai vergewaltigt und anschließend durch, so die offizielle Formulierung der Polizei, "Gewalt gegen den Hals" getötet zu haben.

Mordfall Susanna löst heftige Debatte aus

08.06.2018, Hessen, Wiesbaden: Blumen liegen neben und auf einem Foto in der Nähe des Leichenfundortes von Susanna F. Die 14-jährige wurde Opfer eines Sexualdeliktes. Der mutmaßliche Täter hat sich in sein Heimatland Irak abgesetzt. (KEIN AUSSCHNITT)
Blumen und ein Foto der Toten in der Nähe des Tatorts in Wiesbaden.
© dpa, Boris Roessler, brx htf

Der Fall hat eine heftige politische Debatte ausgelöst. Viele Menschen sind empört darüber, dass sich Bashar - ein abgelehnter Asylbewerber und zudem als gewalttätig polizeibekannt - noch in Deutschland aufhalten durfte. Der Asylantrag des verdächtigen Irakers war bereits Ende 2016 abgelehnt worden, er hatte aber Rechtsmittel dagegen eingelegt, so dass eine Abschiebung damit gestoppt war.