"Sie wollten sehen, wie einer stirbt"

Mord an Maria (18) auf Usedom: Mutter fassungslos über angebliches Tatmotiv

17. April 2019 - 17:21 Uhr

"Wünsche mir, dass sie ewig eingesperrt werden"

Steffi K. ist mit ihren beiden kleinen Kindern zu Hause, als auf einmal die Polizei vor der Tür steht, um ihr das Unfassbare mitzuteilen: Ihre 18 Jahre alte schwangere Tochter ist tot. Marias Körper weist Stichverletzungen auf. Gut vier Wochen ist das jetzt her, inzwischen sind zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Im Interview mit RTL spricht Steffi K. erstmals über die grauenvolle Tat - im Video.

"Sie müssten jeden Tag ein Bild von Maria ansehen"

18-jährige Maria auf Usedom getötet Trauer
Das Verbrechen auf der beschaulichen Ostseeinsel Usedom hatte Entsetzen ausgelöst
© dpa, Stefan Sauer, sts

"Sie hatte Angst vor Niko", sagt Marias Mutter. "Ich habe mein Kind oft vor ihm gewarnt". Gemeint ist der 21-jährige Niko G. Gemeinsam mit Nicolas K. wird ihm gemeinschaftlicher Mord an Maria vorgeworfen. Die beiden Bekannten des Mädchens sitzen inzwischen in Untersuchungshaft und haben die Tat in polizeilichen Vernehmungen nicht abgestritten. Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher noch nicht zu ihrem mutmaßlichen Motiv geäußert.

Steffi K. sagt: "Sie haben sie umgebracht. Einfach nur so. Sie wollten sehen, wie einer stirbt". Das soll ihr nach eigener Aussage die Lebensgefährtin von Nicolas K. nach der Tat erzählt haben. "Sie müssten jeden Tag ein Bild von Maria ansehen", sagt Steffi K. Wie Marias Mutter trauert und was sie den Tätern wünscht, sehen Sie im emotionalen Interview oben.

Suche nach Tatwaffen läuft

Die erstochene Maria K. aus Zinnowitz auf Usedom
Eine Bekannte hatte Marias Leiche im März gefunden.
© RTL Interactive, RTLinteractive, Unbekannt

Die Ermittler werten aktuell Spuren aus, suchen nach weiteren Beweismitteln und zwei Tatwaffen. "Wir würden gern zeitnah Anklage erheben", sagt Sascha Ott, stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Stralsund. Die Ermittlungen der Polizei hatten sich zunächst schwierig gestaltet. Mehr als 150 Personen aus dem Umfeld Marias waren vernommen, Telefonverbindungen und soziale Medien ausgewertet worden. Lange fehlte eine heiße Spur. Bekannte der Verdächtigen lieferten schließlich den entscheidenden Hinweis. Marias Leiche war am 19. März in ihrer Wohnung in Zinnowitz gefunden worden.