2018 M08 10 - 23:29 Uhr

Der Angeklagte, ein langjähriger Kunde, schweigt eisern

Nach dem gewaltsamen Tod einer Essener Prostituierten muss sich ein 28-jähriger Mann aus Duisburg seit Freitag vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der türkische Angeklagte Yasin Ö. die 62-jährige Monika E., die als Domina arbeitete, mit einer Kordel heimtückisch erdrosselt hat. Der Anklage zufolge war er langjähriger Kunde der Prostituierten. Bilder des Prozessauftakts sehen Sie im Video!

Domina von hinten heimtückisch erdrosselt

Yasin Ö. soll sich mit ihr am 17. Februar 2018 in ihrem privaten Sadomaso-Studio getroffen und sie dann heimtückisch ermordet haben. Zum Prozessauftakt schwieg der 28-Jährige allerdings. Nach Angaben seines Verteidigers bestreitet er die Tat.

Am Tattag soll der Beschuldigte der Domina zunächst seine neuen sexuellen Phantasien erläutert haben. Als die 62-Jährige daraufhin die entsprechenden Utensilien geholt habe, soll er ihr von hinten eine Kordel um den Hals gelegt und sie damit erdrosselt haben.

"Adult-Baby" - das soll die erotische Vorliebe des Angeklagten sein. Das bedeutet, dass er behandelt wird wie ein Kleinkind, mit Schnuller und Pampers.

Nachbar der Prostituierten ahnte Böses

Bruno Masloch wohnt nur wenige Meter vom Tatort in Essen entfernt. Der 80-Jährige kannte Monika E. gut. Sie verbrachten auch mal Weihnachten zusammen. Im RTL-Interview erzählt er, dass er das Opfer schon immer davor gewarnt habe, dass ihr in ihrem Beruf etwas passieren könnte. Doch die 62-Jährige soll immer gesagt haben: "Das ist mein Beruf, meine Arbeit", die sie am Ende das Leben kostete. "Ich habe mir immer Sorgen gemacht, dass mal einer kommt. Aber dass das wirklich passiert, das ist natürlich schrecklich", erzählt Masloch weiter.

Ermittler fanden Handy der Toten unter dem Bett des Angeklagten

Nach seiner Festnahme war in seinem Zimmer in der Duisburger Wohnung seiner Eltern das Handy der 62-Jährigen gefunden worden. Weil der 28-Jährige nach der Tat auch noch Feuer in der Wohnung seiner Eltern gelegt haben soll, lautet die Anklage nicht nur auf Mord, sondern auch auf Brandstiftung, die der Tatverdächtige auch zugegeben haben soll. Das Essener Schwurgericht hat für den Prozess zunächst noch zehn Verhandlungstage bis zum 8. November vorgesehen.