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Moorbrand bei Meppen: Katastrophenalarm im Emsland – Sturm facht 17 Tage alte Feuer neu an

Katastrophenalarm im Emsland: Moorbrand neu angefacht
Katastrophenalarm im Emsland: Moorbrand neu angefacht Bei Meppen brennt es seit über zwei Wochen 00:31

Evakuierungen können nicht mehr ausgeschlossen werden

Aufkommender Sturm facht den Moorbrand auf einem Bundeswehr-Testgelände in Niedersachsen frisch an. Der Landkreis Emsland hat den Katastrophenfall ausgerufen. Eine Evakuierung der Gemeinden Groß Stavern und Klein Stavern mit rund 1.000 Einwohnern könne nicht mehr ausgeschlossen werden, teilte Landrat Reinhard Winter mit. "Eine ganz konkrete Prognose ist derzeit nicht möglich, dennoch ist zu erwarten, dass sich Rauchbelästigung und Funkenflug verschärfen."

Es brennt seit mehr als zwei Wochen

Der großflächige Moorbrand war vor mehr als zwei Wochen infolge von Raketentests der Bundeswehr ausgebrochen. Rauch zog zeitweise zu Orten, die mehr als 100 Kilometer von dem Brand entfernt liegen. Der Lankreis sei gut vorbereitet und wolle keine Unruhe erzeugen. "Da der Schutz der Bevölkerung für uns an erster Stelle steht, möchten wir aber die Staverner frühzeitig darauf aufmerksam machen, dass eine Evakuierung nicht mehr undenkbar ist."

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisiert die Bundeswehr für verantwortungsloses Verhalten in dem besonders geschützten Gebiet, das besondere Bedeutung als Lebensraum für viele Arten habe. "Bei der diesjährigen extremen Dürre Schießübungen im Moor abzuhalten und das auch noch ohne ausreichende Absicherung durch Löschfahrzeuge – das ist unfassbar", sagte Felix Grützmacher, NABU-Moorschutzexperte. "Der Moorbrand bei Meppen zeigt offensichtlich, dass an einigen Stellen die nötige Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit besonders schutzbedürftigen Gebieten noch nicht ausreichend vorhanden ist", ergänzte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. 

Katastrophenfall ist gleichlautend mit Katastrophenalarm

HANDOUT - 14.09.2018, Niedersachsen, Meppen: Eine Löschraupe ist beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen im Einsatz. Auf einem Testgelände der Bundeswehr stehen seit dem 04.09.2018 fünf Hektar Moorland in
Der Kampf gegen die Flammen in dem Moor zieht sich seit über zwei Wochen hin. © dpa, WTD 91, jol

Treten Unwetter, Überschwemmungen oder andere Naturgewalten auf, ist das nicht automatisch ein Katastrophenfall. Von einer Katastrophe sprechen Behörden erst, wenn die Bedrohung von vielen Menschen, umfangreichen Sachwerten oder natürlichen Lebensgrundlagen so gravierend ist, dass die betroffene Kommune überfordert ist.

Das bedeutet, dass die Lage nur beherrscht werden kann, indem überregional Einsatzkräfte alarmiert werden und ein Krisenstab eingerichtet wird. Ist das der Fall, wird der Katastrophenfall ausgerufen. Der Katastrophenfall ist dabei gleichlautend mit Katastrophenalarm.


Quelle: DPA/RTL.de

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