Moody's knüpft sich deutsche Banken vor

01. August 2012 - 10:26 Uhr

Ausblick in 17 Fällen von 'stabil' auf 'negativ' gesenkt

Die Ratingagentur Moody's hat die staatlich abgesicherten deutschen Banken unter die Lupe genommen und den Ausblick in 17 Fällen von 'stabil' auf 'negativ' gesenkt. Ein solcher Schritt kann die Vorstufe für die Senkung eines Ratings sein. Betroffen sind vor allem Landesbanken. Es handelt sich um eine direkte Folge der Überprüfung des deutschen Spitzenratings.

Moodys nimmt deutsche Banken unter die Lupe
In 17 Fällen wurde der Ausblick von 'stabil' auf 'negativ' gesenkt.
© dpa, Andrew Gombert

Bei den Instituten handelt es sich um die LBBW, die BayernLB und die HSH Nordbank, aber auch um die staatliche Förderbank KfW und die mit Steuergeldern gerettete IKB Deutsche Industriebank. Diese Institute verfügen dank der staatlichen Rückendeckung über eine Kreditwürdigkeit von 'Aaa' oder 'Aa1' - das sind die beiden besten Noten, die Moody's vergibt.

Sorgen bereiten Moody's vor allem Griechenland, Spanien und Italien

Ein schlechteres Rating kann die Aufnahme von frischem Geld erschweren und verteuern. Denn Kreditgeber müssen mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit rechnen. Nachdem Moody's am Montag die Spitzenratings von Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg in Zweifel gezogen hatte, waren am Dienstag einzelne Bundesländer, Staatsfirmen wie die Deutsche Bahn und später der Euro-Rettungsschirm EFSF an der Reihe. Auch deren Ausblick ist nun 'negativ'.

Entscheidet sich Moody's tatsächlich für eine Abstufung Deutschlands, würde dies abermals eine Kettenreaktion in Gang setzen. Der Schritt ist jedoch keineswegs eine ausgemachte Sache. Auch Standard & Poor's hatte vor einigen Monaten die Spitzenbonität der Bundesrepublik infrage gestellt. Doch die Note blieb unangetastet.

Aus der Politik hatte Moody's teils scharfe Kritik geerntet für die Absenkung des Ausblicks. Grund ist, dass schlechtere Bonitätsnoten die Bemühungen um eine Lösung der europäischen Schuldenkrise erschweren können. Gefährlich ist, dass Moody's auf breiter Front vorgeht: Auch in den Niederlanden müssen staatliche Firmen und Banken um ihre Ratings bangen.

Hintergrund der Welle an negativen Ausblicken ist die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Schuldenkrise. Sorgen bereiten Moody's vor allem Griechenland, Spanien und Italien. Die Ratingagentur fürchtet, dass die wirtschaftlich starken Länder weitere Lasten schultern müssen für ihre in Not geratenen Partnerstaaten.