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Montana: Loren (20) verlor halben Körper bei Unfall - Fragen zum Sexleben ärgern ihn

Neugierde macht seine Freundin wütend

Loren (20) verlor halben Körper nach Gabelstapler-Unfall: "Die Leute fragen ständig, wie wir Sex haben"

Gabelstapler-Unfall Loren Schauers
Loren Schauers wurden nach dem Unfall beide Beine und das Becken amputiert.
RTL

Seit fast drei Jahren lebt Loren Schauers ohne Beine und ohne rechten Unterarm. Bei einem schrecklichen Arbeitsunfall verlor der 20-Jährige aus Great Falls (US-Bundesstaat Montana) die Hälfte seines Körpers. Wie er sein Leben meistert, ist beeindruckend. Aber eine Frage, die immer wieder gestellt wird, macht ihn und seine Freundin Sabia Reiche (23) laut "Daily Star" wütend.

Freundin findet Fragen nach Sex respektlos

"Wir werden immer wieder gefragt, wie wir Sex haben und wie wir intim werden", sagt Sabia demnach in einem Youtube-Video. "Das ist eine sehr persönliche Frage, die wir niemals beantworten werden." Die 23-Jährige empfindet sie als respektlos. "Man würde auch kein zufällig ausgewähltes Paar auf der Straße fragen, wie es Sex hat. Und die Tatsache, dass unsere Lebensumstände anders sind, gibt Menschen noch lange nicht das Recht, so etwas fragen."

Loren Schauers wurde in Montana von Gabelstapler zerquetscht

Gabelstapler-Unfall Loren Schauers
Der schwere Gabelstapler landete auf Loren Schauers und zerquetschte seinen Unterkörper.
Privat

Das Leben des jungen Paares änderte sich im September 2019 schlagartig . Loren Schauers fuhr in Montana mit einem Gabelstapler über eine Brücke. Obwohl es nicht erlaubt war, überholten Autos das Fahrzeug. Loren geriet ins Schleudern und stürzte von der Brücke 15 Meter in die Tiefe. Er wollte noch vom Gabelstapler abspringen, doch sein Bein verfing sich im Sicherheitsgurt. Der junge Arbeiter schlug auf dem Boden auf – die schwere Maschine landete auf ihm und zerquetschte seinen Unterkörper. Er war die ganze Zeit bei Bewusstsein.

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Hemikorporektomie war nach Gabelstapler-Unfall unumgänglich

Loren Schauers im Krankenhaus
Die Ärzte schätzten Lorens Überlebenschancen als gering ein.
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Die Ärzte hatten kaum Hoffnung, dass Loren Schauers den Horror-Unfall überlebt. Sechsmal verabschiedete er sich von seiner Familie – aber kämpfte sich mit unbändigem Willen und Sabias aufopferungsvoller Hilfe ins Leben zurück. Loren musste unzählige Operationen über sich ergehen lassen. Dann erklärten die Mediziner, dass eine Hemikorporektomie unumgänglich ist: die Amputation beider Beine und des Beckens. Weniger als 50 solcher Operationen weltweit sind bislang dokumentiert.

Ärzte versuchten vor Amputation, Sperma zu retten

"Die Frage war buchstäblich: 'Willst du leben oder willst du sterben?'", beschrieb Loren 2021 im RTL-Interview den Moment, als die Ärzte ihn vor die Wahl stellten . Lange nachdenken musste er nicht, wollte "weitermachen in diesem Leben". Und entschied sich für die Amputation. "Loren hat keine Sekunde gezögert", erinnerte sich Sabia.

Zuvor hätten die Ärzte noch versucht, einen Teil seines Spermas zu retten, berichtete Loren Schauers dem "Daily Star" zufolge. Dann aber erklärten sie, es sei nicht "lebensfähig".

Nach Horrorunfall: So geht es Loren (19) heute Er wurde von Gabelstapler halbiert

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Loren Schauers dokumentiert Alltag auf Youtube

Loren Schauers und Sabia Reiche
Loren Schauers und seine Freundin Sabia.
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Mindestens eineinhalb Jahre müsse Loren noch im Krankenhaus bleiben, glaubten die Mediziner nach dem Eingriff. Doch schon nach drei Monaten konnte er mit der Reha beginnen, einen weiteren Monat später durfte er nach Hause.

Sabia unterstützt ihren Freund nicht nur seelisch: Loren ist auf ihre Hilfe angewiesen, um aufzusitzen oder sich in der Wohnung zu bewegen. Draußen ist er in seinem Rollstuhl, den er selbst steuern kann, unabhängiger. Die beiden dokumentieren auf Youtube regelmäßig ihren Alltag und wollen demnächst heiraten.

Lebenserwartung nach Hemikorporektomie liegt bei elf bis 15 Jahren

Loren Schauers und Sabia Reiche
Wie viel Zeit Loren noch bleibt, wissen die beiden nicht.
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Ungewiss ist, wie viel Zeit den beiden bleibt, ihre gemeinsamen Pläne zu verwirklichen. Studien zufolge liegt die Lebenserwartung nach einer Hemikorporektomie bei elf bis 15 Jahren. "Der Rekordhalter lebte noch 25 Jahre danach", sagte Sabia. Eine Prognose kann aber niemand stellen. Die 23-Jährige hofft, dass Loren "noch mehr als 40 Jahre bei uns ist", weiß aber auch: "Alles hängt an einem seidenen Faden." (bst)