Neues Postgesetz

Montags keine Briefe mehr? Zustellung auf der Kippe

16.06.2020,Berlin,Deutschland,GER,POSTRAD & ZUSTELLRAD POST-BIKE *** 16 06 2020,Berlin,Germany,GER,POSTRAD ZUSTELLRAD PO
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14. September 2020 - 16:32 Uhr

Post-Vorstand hält Montags-Zustellung für überflüssig

Diskutiert wird schon seit einigen Monaten über ein neues Postgesetz. Vor allem ein Punkt ist besonders strittig: In dem neuen Gesetz könnte die Briefzustellung von sechs auf fünf Tage verringert werden. Vor allem am Montag könnte die Zustellung von privater Briefpost wegfallen.

Montags wird fast nur Privatpost zugestellt

Post-Vorstandsmitglied Tobias Meyer hält eine flächendeckende Zustellung am Montag für nicht notwendig. "Eine Firmenzustellung mit Briefpost ist an dem Wochentag sicher sinnvoll, aber bei privater Post ist das fraglich", sagte er der Welt.

Bisher müssen die Briefträger der Deutschen Post an jedem Werktag unterwegs sein. Mit einem neuen Postgesetz könnte sich das ändern. Denn für die Post ist die Montagszustellung wirtschaftlich gesehen eine Last. Ihre Zusteller decken zwar auch an diesem Tag alle Haushalte ab, haben aber nur wenige Briefe dabei. 2018 warfen die Briefträger 7,7 Milliarden Briefe und Karten in Postfächer, davon 87 Prozent von Firmen. Unternehmen verschicken ihre Sendungen aber von Montag bis Freitag - am Wochenende geben sie so gut wie keine Sendungen auf. Somit kommt montags fast nur Privatpost an, die aber nur 13 Prozent der Gesamtmenge ausmacht.

Allerdings sprechen sich SPD, AfD, Grüne und Linke bislang für den Erhalt der Montagszustellung aus.  "Eine Verkürzung der Zustellung von sechs auf fünf Tage die Woche ist ohne Frage eine Verschlechterung für die Bürgerinnen und Bürger", sagt der Vizechef der SPD-Bundestagsfraktion, Sören Bartol. "Wir lehnen diese ab."

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