Monster-Zyklon verwüstet Touristen-Küste

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03. Februar 2011 - 9:35 Uhr

170.000 Menschen ohne Strom

Schwere Verwüstungen - aber bisher keine Toten. Das ist die erste Bilanz des Monster-Zyklons 'Yasi'. Der Sturm erreichte in der Nacht zu Donnerstag die Nordostküste Australiens und hinterließ an Land eine Spur der Verwüstung.

Über Tote gab es zunächst keine Berichte. Auf seinem Weg über das Festland verlor der Zyklon an Kraft, da er dort auf kühlere Luftströme traf. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf der international gebräuchlichen Saffir-Simpson-Skala wurde auf die Kategorie zwei herunter gestuft.

Die Ministerpräsidentin des Bundesstaates Queensland, Anna Bligh, sagte am Donnerstag, es sei zu früh, um Bilanz zu ziehen. Die Behörden hätten noch einen zu geringen Überblick über die angerichteten Schäden. Mehr als 170.000 Menschen seien ohne Strom. 'Yasi' habe wahrscheinlich große Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Experten waren dabei, die Schäden im Norden des Bundesstaates abzuschätzen.

Hammer-Blizzard in Amerika

Cairns, eine Stadt mit 122.000 Einwohnern, rund 1.700 Kilometer nördlich von Brisbane lag zwar auf dem Weg des gewaltigen Wirbelsturms, wurde aber weitgehend verschont. Der Flughafen solle in Kürze wieder öffnen, hieß es Donnerstag.

Zu den am heftigsten getroffenen Orten gehören der kleine Ort Mission Beach zwischen Cairns und Townsville sowie die Stadt Tully, rund dreißig Kilometer von der Küste entfernt. Tully biete mit seinen abgedeckten Häusern und abgerissenen Stromleitungen ein Bild der Zerstörung, schrieb der «Sydney Morning Herald» am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit).

'Yasi' erreichte Windstärken bis zu 300 Kilometer in der Stunde und verursacht massive Gewitter und Sturmfluten, die Tausende von Grundstücken überschwemmen könnten. Das Bureau of Meteorology erwartet in den kommenden zwölf Stunden noch weitere Zerstörungen durch heftige Stürme mit Geschwindigkeiten bis zu 125 Kilometer in der Stunde, während sich der Zyklon in Richtung Georgetown ins Landesinnere bewegt.

Ein gewaltiger Wintersturm hat unterdessen weite Teile der USA fest im Griff. Schnee und Eisregen in einem breiten Band von Texas bis Neuengland legten am Mittwoch weite Teile des öffentlichen Lebens lahm und machten einem Drittel der US-Bevölkerung in etwa 30 Bundesstaaten das Leben schwer. Tausende Flüge fielen wie schon am Dienstag aus, zahlreiche Straßen und Bürgersteige waren spiegelglatt. Zwischen New York und New Jersey wurde der Bahnverkehr unterbrochen, Tausende Pendler konnten nicht rechtzeitig zur Arbeit.

Besonders hart traf es Chicago. Die Meteorologen sagten bis zu 50 Zentimeter Neuschnee für die drittgrößte Stadt der USA vorher - so viel wie seit vier Jahrzehnten nicht mehr, und das gepaart mit heftigen, eisigen Winden. Im mehr als 1.000 Kilometer östlich gelegenen Boston wurde mit fast ebensoviel Schnee gerechnet. Entspannung deutet sich vorerst nicht an, denn der Blizzard hat eine Kältewelle im Gefolge, die sich von Montana aus gen Osten ausbreitete.

Der Blizzard könnte die Winterweizen-Ernte in wichtigen Agrargebieten der Region schädigen: Meteorologen erwarteten in Bundesstaaten wie Oklahoma, Kansas und Missouri klirrende Kälte. Auf Feldern ohne Schnee könnten deswegen die Pflanzen erfrieren. Zwar wurde auch starker Schneefall vorhergesagt. Wegen des heftigen Windes könnten die Pflanzen aber geschädigt werden, sagte ein Sprecher des Agrarministeriums in Oklahoma. Der Fleischkonzern Cargill drosselte wegen des Sturms seine Schweinefleisch-Produktion. Das Unwetter beeinträchtigte die Verarbeitung und den Transport von Futtermitteln wie Soja.

Gewarnt wurde auch vor einer Kältewelle im Gefolge des Sturms: So drohten Missouri, Nebraska und Kansas gefühlte Temperaturen von bis zu minus 34 Grad Celsius.