Neumond und Vollmond

Welchen Einfluss übt der Mond auf das Wetter aus?

05. Oktober 2021 - 16:03 Uhr

Bauernregeln und Mythen

"Unmittelbar nach Neu- und Vollmond gibt es die heftigsten Regenfälle." Es gibt etliche Bauernregeln oder Mythen wie diese, die sich mit dem Einfluss des Mondes auf das Wetter beschäftigen. Doch wie sieht es wirklich aus? Zum 2. Tag der Internationalen Weltraumwoche erklären wir, welche Kraft unser Erdtrabant auf das Wettergeschehen ausübt.

Im Video: Hält uns der Mond wirklich vom Schlafen ab?

Sind bei Vollmond die Nächte besonders kalt?

Portugal
Je näher der Mond der Erde kommt, desto stärker fallen die Gezeiten aus. Foto: Pedro Sarmento Costa
© deutsche presse agentur

Den Mythos, dass es kurz nach dem Neumond die heftigsten Regenfälle gibt, können wir in dieser Woche ausschließen. In dieser Nacht zum Mittwoch ist der Neumond (gegen 2 Uhr). Es regnet zwar in Teilen Deutschlands Morgen, aber das ist übersichtlich. Im Süden wird sogar die Sonne scheinen und auch in Bayern und Baden-Württemberg startet der Mond in die nächste Phase.

"Der Neumond macht's Wetter, und bei ihm ändert sich das Wetter gern;
geschieht es nicht sofort, so ist sicher am dritten Tag damit zu rechnen."
Dieser Aussage kann schon mehr abgewonnen werden. Schließlich war es am in den vergangenen Tagen noch recht regnerisch und das Wochenende scheint uns ein stabileres Hoch bringen wollen. Trotzdem darf der Einfluss des Mondes auf das Wetter angezweifelt werden, da es weltweit gesehen nicht überall dasselbe Wetter gibt.

Bei Vollmond sind die Nächte besonders kalt. Bei dieser Aussage muss man voraussetzen, dass der Mond am Nachthimmel zu sehen ist. Warum es dann tatsächlich kalt sein kann, erklärt RTL-Meteorologe Björn Alexander: "Dass es bei Vollmond oft eher kalte Nächte gibt, ist gar nicht ganz so falsch. Zumindest, wenn man den Vollmond tatsächlich am klaren Himmel sehen kann. Ohne Wolken kühlt es sich nämlich stärker ab als mit der wärmenden Wolkendecke."

So wirkt der Mond auf die Erde

ARCHIV - Blick bei Niedrigwasser auf das Wattenmeer vor dem schleswig-holsteinischen Vollerwiek (Foto vom 16.06.2009). Das Wattenmeer könnte Ende Juni zum Erbe der Menschheit erklärt werden. Dann berät eine Kommission der UNESCO - der UN-Organisation
Wattenmeer vor Vollerwiek: Ebbe und Flut werden durch die Anziehungskraft des Mondes ausgelöst.
© dpa, A2836 Carsten Rehder

Dass der Mond einen Einfluss auf unsere Erde ausübt, ist unbestritten. Neben den bekannten Effekten wie Ebbe und Flut, bei dem der Meeresspiegel rund einen Meter ansteigen kann, gibt es aber noch weitere. Wenn sich Sonne, Erde und Mond auf einer Linie zueinander befinden, verstärkt sich die Anziehungskraft des Mondes. Die Gezeiten sind bei Neumond und Vollmond also stärker. Bei Neumond steht der Mond zwischen der Sonne und der Erde, bei Vollmond die Erde zwischen Sonne und Mond. Sonne und Mond üben dann gleichzeitig ihre stärkste Anziehungskraft aus. Das führt auch dazu, dass sich die Erde 30 bis 50 Zentimeter hebt. Das merken wir allerdings nicht, da es dann gleichmäßig geschieht.

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Der zu etwa 28 Prozent sichtbare Neumond, aufgenommen in der Silvesternacht am 31.12.2008 über dem brandenburgischen Sieversdorf (Oder-Spree). Seit Menschengedenken fasziniert der Erdtrabant immer wieder die Gemüter. Der Mond umkreist die Erde alle 2
Am Mittwoch, 6. Oktober um 2 Uhr ist Neumond.
© picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Kurze Antwort: Nein! Das liegt daran, dass die Anziehungskraft des Mondes dafür nicht ausreicht. Die Dichte von Luft ist wesentlich geringer als die des Wassers – rund 800. Mal geringer! Selbst wenn es sich dabei um Regenwolken mit einem hohen Wasseranteil handelt, reicht die Anziehungskraft nicht aus, um ein Tiefdruckgebiet zu beeinflussen. Außerdem müsste dies auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit geschehen, was nachweislich nicht der Fall ist.

Zusammengefasst bedeutet das: Der Mond bestimmt zwar die Gezeiten auf der Erde und bei einer sternenklaren Nacht kann es zu einem Vollmond auch kühler werden, aber er hat keinen direkten Einfluss auf das Wettergeschehen. Sollten einige Aussagen zutreffen handelt es sich eher um einen Zufall.

Internationale Weltraumwoche vom 4. bis 10. Oktober

Um mehr Aufmerksamkeit auf die Raumfahrt und Wissenschaft rund um das Universum zu lenken, haben die Vereinigten Nationen (UN) die Internationale Weltraumwoche ins Leben gerufen. Sie startet am 4. und geht bis zum 10. Oktober. Das Startdatum wurde zu Ehren des ersten menschgemachten Satelliten "Sputnik 1" gewählt. Der Satellit war am 4. Oktober 1957 in den Weltraum gebracht worden. Auch dem Enddatum liegt ein Ereignis zugrunde, denn an diesem Tag im Jahre 1967 wurde der Weltraumvertrag geschlossen. Das Dokument regelt das Verhalten von Staaten im Weltraum. Während der Weltraumwoche finden viele Aktionen oder lehrreiche Veranstaltungen statt. In diesem Jahr feiert die Internationale Weltraumwoche die Frauen im All.

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(kfb)