Monaco-GP: Webber triumphiert im Fürstentum

13. November 2012 - 16:18 Uhr

Die Formel 1 bleibt absolut spannend und unberechenbar. Beim Großen Preis von Monaco, dem 6. Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft, hat sich wieder ein neues Gesicht in die Siegerliste eingetragen. Nach 1:46:06,557 Stunden und 78 Runden auf dem mörderischen Stadtkurs von Monte Carlo gewann Mark Webber. Der Australier fuhr im Leitplanken-Labyrinth des Fürstentums ein perfektes Rennen und gewann zum achten Mal in seiner Karriere einen Grand Prix – und zum zweiten Mal im Glücksspiel-Paradies Monte Carlo.

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Mark Webber siegt in Monte Carlo vor Nico Rosberg
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Hinter dem Red-Bull-Piloten überquerte Nico Rosberg als Zweiter die Ziellinie des Circuit de Monaco. Für den Mercedes-Fahrer, der im Fürstentum aufwuchs und lebt, war es das beste Ergebnis bei seinem Heimrennen. Er machte sich sogar Hoffnungen auf den Sieg, denn der Rückstand von nur 0,643 Sekunden war minimal. "Leider hat es nicht zu Platz eins gereicht. Trotzdem bin ich sehr zufrieden", sagte der 26-Jährige. Ebenfalls den Sprung aufs Podium schaffte Ferrari-Star Fernando Alonso als Dritter (+ 0,947 Sekunden).

Sebastian Vettel verpasste als Vierter das Podium nur ganz knapp. Für den Red-Bull-Fahrer war es dennoch ein erfolgreiches Rennen, denn dank eines guten Starts und einer guten Strategie verbesserte er sich von Startplatz 9 auf Position 4. "Die Chancen auf den Sieg waren relativ. Aber es ist schade, wenn man die Spitze so knapp verpasst", sagte der Weltmeister. Schließlich fehlten ihm nur 1,343 Sekunden auf Webber. Nico Hülkenberg glänzte im Force India mit Platz 8 und vier WM-Punkten. Timo Glock beendete das Rennen auf Platz 14. Für Michael Schumacher gab es beim 70. Grand Prix von Monaco nichts zu feiern. Der Mercedes-Pilot schied in Runde 65 mit einem technischen Defekt aus.

Defekt stoppt Schumacher in Monte Carlo

Das Rennen begann für Schumacher, der im Qualifying mit Bestzeit geglänzt hatte, schon mit einer Enttäuschung. Während sich Romain Grosjean und Alonso beharkten, wurde der Mercedes-Pilot von dem Franzosen fast in die Leitplanke gedrängt. Bei der Berührung verlor Grosjean die Kontrolle über seinen Lotus und schied aus. Schumacher konnte glücklicherweise weiterfahren, fiel aber von Rang 6 auf 8 zurück. Nachdem in der 1. Runde auch Williams-Pilot Pastor Maldonado nach einem Unfall ausfiel, kam das Safety Car für zwei Umläufe auf die Strecke. Nach der 3. Runde begann das Rennen dann wieder von vorne: Webber verteidigte die Führung vor Rosberg, Lewis Hamilton, Alonso, Felipe Massa, Vettel, Kimi Räikkönen, Schumacher und Nico Hülkenberg.

An dieser Reihenfolge änderte sich bis zu den ersten Boxenstopps nichts. Sehr zum Leidwesen von Schumacher. Ab der 20. Runde konnte Räikkönen das Tempo der ersten Sechs nicht mehr mitgehen und hielt den Mercedes-Piloten auf. Schumacher attackierte Runde um Runde, biss sich jedoch die Zähne am finnischen Lotus-Piloten aus.

In der 28. Runde legte Rosberg als Erster der Topfahrer seinen Boxenstopp ein. Hinter Vettel kam der 26-Jährige auf Platz 6 wieder auf die Strecke. Zwei Umläufe später stoppten Hamilton und Webber, der jedoch vor Rosberg blieb. Nachdem auch Alonso und Massa beim Reifenwechsel waren, übernahm Vettel die Führung. Der Red-Bull-Pilot, der als einziger Topfahrer auf der härteren Reifenmischung gestartet war, fuhr an der Spitze pro Runde etwa eine Sekunde auf den Zweitplatzierten Webber heraus. Erst ab der 40. Runde begannen Vettels Reifen etwas abzubauen, das Niveau seiner Verfolger Webber und Rosberg hielt er aber ohne Probleme.

Erst nach Runde 46 holte sich der zweimalige Weltmeister frische Reifen. Webber, Rosberg und Alonso schlüpften durch, vor Hamilton mogelte sich Vettel aber so gerade noch, sodass er sich Platz 4 erkämpfte.

So wie das Rennen begann, so endete es auch für Schumacher. Der siebenmalige Weltmeister hatte große technische Probleme und musste in der 62. Runde Jean-Eric Vergne im Toro Rosso passieren lassen. Platz 7 war futsch. Aber es kam noch dicker. Nachdem er kampflos Paul di Resta vorbeilassen musste, gab der 43-Jährige in der 65. Runde das Rennen wegen Problemen mit der Benzinzufuhr auf. Sein vierter Ausfall im sechsten Rennen. "Wie viel Pech kann man haben?, fragte Schumacher fast verbittert.

In den letzten zehn Runden wurde es nochmal richtig eng. Webbers Reifen ließen merklich nach, zudem machte ganz leichter Regen den Fahrern das Leben schwer. Rosberg witterte seine Chance und machte Druck auf Webber. Der Red-Bull-Pilot verteidigte jedoch seinen Spitzenplatz und überquerte mit Rosberg, Alonso und Vettel ganz dicht im Schlepptau als Erster die Ziellinie. Ebenfalls WM-Punkte sammelten Hamilton, Massa, di Resta, Hülkenberg, Räikkönen und Bruno Senna.