Monaco-GP: Daniel Ricciardo dominiert ersten Trainingstag

Monaco bringt die Kräfteverhältnisse in der Königsklasse ins Wanken: Überraschend dominierte das 2. Freie Training in den Straßen des Fürstentums nicht Mercedes, sondern Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Mit einer neuen Motor-Ausbaustufte von Renault im Heck raste der Australier in 1:14,607 Minuten zu einer überlegenen Bestzeit. Sechs Zehntel Rückstand brummte Ricciardo dem Zweitplatzierten Lewis Hamilton auf, dessen Silberpfeil-Kollege Nico Rosberg fehlten sogar fast neun Zehntel auf die Bestzeit.

Daniel Ricciardo, Red Bull
Fast wie in alten Zeiten: Red Bull ist das Maß der Dinge in Monaco.
Getty Images, Bongarts

Gelingt Red Bull nach dem Überraschungssieg von Max Verstappen beim vergangenen Rennen in Barcelona in Monte Carlo der nächste Coup? Zumindest war Ricciardo auch bei der Rennsimulation mit vollbetanktem Boliden das Maß der Dinge. "Ich denke aber, dass Mercedes noch mal aufdrehen und näherkommen wird", sagte Ricciardo. "Aber hoffentlich kann ich vorn bleiben."

Verstappen schaffte es diesmal nicht, vor seinem Teamkollegen zu bleiben. Der Youngster benötigte fast eine Sekunde länger für die 3,337 Kilometer lange Runde als Ricciardo und musste sich mit Platz 4 begnügen. Im Gegensatz zu Ricciardo hat Verstappen allerdings noch nicht das neue Triebwerk in seinem Red Bull.

Große Probleme bei Ferrari

Große Probleme hatte am ersten Trainingstag ganz offensichtlich Ferrari. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen fehlte im Leitplankengeschlängel von Monaco der nötige Grip für Top-Zeiten. Am Ende reichte es für Räikkönen mit fast anderthalb Sekunden Rückstand nur zu Platz 7. Vettel war sogar 1,662 Sekunden langsamer als Hamilton und musste sich als Neunter auch noch Sergio Perez im Force India geschlagen geben.

"Wir hatten keinen guten Tag heute. Es ist wichtig, dass man sauber durchkommt, das ist uns heute nicht gelungen - mir zumindest nicht", sagte Vettel. Beim Versuch, sich auf den neuen Ultrasoft-Reifen zu verbessern ging der viermalige Champion ans Limit - und darüber hinaus: Nach einem Fahrfehler touchierte er mit dem Heck seines Ferrari die Leitplanken, ein neuer Flügel musste an den Wagen.

Er war allerdings bei weitem nicht der einzige Pilot, der auf dem schmalen Kurs mit seinen 19 Kurven seinen Wagen mehr oder weniger demolierte: Den Anfang hatte Felipe Massa am Morgen gemacht im Williams, es folgten im weiteren Tagesverlauf Jolyon Palmer von Renault und dessen Teamkollege Kevin Magnussen, Rio Haryanto im Manor, Romain Grosjean im Haas folgten.

Schadlos hielten sich immerhin Nico Hülkenberg im Force India und Manor-Mann Pascal Wehrlein. Zufrieden waren aber wohl beide nicht: Hülkenberg musste sich als 11. ebenso seinem Teamkollege geschlagen geben wie Wehrlein. Der Rookie landete zudem nur auf dem letzten Platz - zwei Zehntel hinter seinem Stallgefährten Rio Haryanto.

Einen Schreckmoment erlebte Jenson Button in der ersten Trainingseinheit am Vormittag: Ein loser Gullideckel traf den McLaren des Briten, schlizte einen Reifen auf und zerstörte den Frontspoiler. Dabei hatte Button Glück im Unglück, weil er von dem schweren Teil, dass durch seinen Reifen in die Höhe geschleudert wurde, nicht am Kopf getroffen wurde. Rosberg war in den Vorfall ebenfalls verwickelt: Er fuhr zunächst über den losen Gullideckel und handelte sich dabei ebenfalls einen Plattzfuß ein.