Junge aus Mönchengladbach totgeprügelt?

Toter Fünfjähriger obduziert: Schädelhirntrauma und massive Gewalteinwirkung

24. April 2020 - 9:08 Uhr

Polizei nimmt Mutter und Lebensgefährten fest

Nach dem Tod eines fünfjährigen Jungen in Mönchengladbach ermittelt eine Mordkommission der Polizei. Die Beamten nahmen die 23-jährige Mutter und den gleichaltrigen Lebensgefährten vorläufig fest. Die Mutter hatte am Dienstagabend den Rettungsdienst angerufen, weil ihr Junge nicht mehr atmete. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Jetzt haben Polizei und Staatsanwaltschaft Ergebnisse der Obduktion bekanntgegeben.

Als die Polizei eintraf, war das Hochbett bereits abgebaut

22.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Mönchengladbach: Ein Kriminaltechniker betritt ein Haus. Nach dem Tod eines fünfjährigen Jungen in dem Haus ermittelt eine Mordkommission der Polizei. Die Beamten nahmen die 23-jährige Mutter und den gleichaltrigen Le
Ein Kriminaltechniker betritt das Haus, in dem der Fünfjährige ums Leben kam.
© dpa, Theo Titz, fdt

Wie die Ermittler in einer Pressekonferenz mitteilten, habe die Mutter behauptet, ihr Sohn sei am 20. April aus seinem Hochbett gefallen. Einen Tag später soll sich sein Zustand verschlechtert haben, woraufhin die Frau den Notarzt rief. Den Angaben zufolge wartete die Mutter mit dem leblosen Kind im Kinderwagen vor der Haustür. Der Notarzt untersuchte den Jungen und stellte fest, dass er bereits verstorben war. Weil die schweren Verletzungen nicht zu den Schilderungen der Mutter passten, verständigte der Arzt die Polizei. Die Einsatzkräfte untersuchten die Wohnung und beschlagnahmten Beweismaterial. Das Hochbett sei bei Eintreffen der Polizei bereits abgebaut gewesen, der dreijährige Bruder des Jungen war bei den Großeltern untergebracht. Jetzt kümmert sich das Jugendamt um ihn.

Bei der Obduktion des Fünfjährigen wurden neben Hämatomen und Kopfverletzungen auch massive stumpfe Gewalteinwirkung festgestellt. Das Kind habe innere Verletzungen und ein Schädelhirntrauma. Gegen den Lebensgefährten der Mutter wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, der Mutter werfen die Ermittler vor, nicht eingeschritten zu sein. Beide sollen widersprüchlich Aussagen gemacht haben. Anwohnern zufolge soll auch das Jugendamt bereits bei der Familie gewesen sein, weil es Probleme gegeben habe. Wie Nachbarn die Familie erlebten, lesen Sie hier.