Mönchengladbach: Baby Ben umgebracht – lebenslange Haft für Vater

24. September 2018 - 20:15 Uhr

Sechs Wochen altes Kind gequält und getötet

Ein 30-Jähriger muss für den brutalen Mord an seinem sechs Wochen alten Sohn Ben lebenslang in Haft. Dieses Urteil hat das Landgericht Mönchengladbach gefällt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Vater seinen Sohn über Wochen gequält und schließlich umgebracht hat.

Mutter mitangeklagt, weil sie bei den Übergriffen tatenlos zusah

Der Vater hatte bei der Polizei ausgesagt, dass ihn das Kind gestört habe: Er habe nicht mehr bis mittags im Bett liegen können. Die Mutter von Ben wurde zu viereinhalb Jahren Haft wegen Totschlags durch Unterlassen verurteilt. Sie habe das Kind nicht beschützt. Strafmildernd werde aber ihr Geständnis berücksichtigt, teilte das Gericht mit. Zudem sei sie wegen einer Wochenbettdepression vermindert schuldfähig gewesen.

Der Verteidiger hatte Freispruch für den Vater gefordert, der sein Geständnis im Gerichtssaal widerrufen hatte. Die Beweislage sei unklar und das Geständnis möglicherweise rechtswidrig erzwungen worden. So sei der Verdächtige damals unter Schlafentzug mehr als zehn Stunden lang vernommen worden. Zu Beginn des Prozesses hatte der Staatsanwalt die Grausamkeiten vorgetragen, die die Anklage dem Vater des misshandelten und ermordeten Säuglings vorwarf.