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Razzia mit gepanzertem Truck gegen Menschenhändler

Gehalten wie Sklaven: Polizei befreit elf Menschen von Grundstück in London

09. Juli 2020 - 19:11 Uhr

Polizei stößt auf elf ausgebeutete Menschen

In London ist der Polizei ein Schlag gegen eine Bande von modernen Sklavenhändlern gelungen. Im Stadtteil Enfield durchsuchten die Beamten ein Grundstück in einem Industriegebiet und rollten dafür mit schwerem Gerät an. Ein gepanzerter Truck durchbrach das Eingangstor zu dem Gelände. Drinnen stießen die Ermittler auf elf Erwachsene, die wie Sklaven auf dem Grundstück gehalten wurden, wie die Metropolitan Police mitteilte. Außerdem wurden umgerechnet rund 84.000 Euro Bargeld sichergestellt.

Moderne Sklaverei: Razzia mit 150 Einsatzkräften

Die Razzia, die am 8. Juli stattfand, war lange geplant. 100 Polizeibeamte rückten an, um das Gelände abzusuchen. Hinzu kamen weitere 50 Einsatzkräfte, unter anderem von der Feuerwehr, dem Zoll, der Immigrationsbehörde und der Stadt, um die Polizei zu unterstützen. Auf dem Gelände seien verschiedene Sicherheitsmaßnahmen installiert gewesen, darum habe sich die Polizei im Vorfeld eine Taktik überlegen müssen, das Areal zu stürmen. Bilder von dem Großeinsatz zeigen wir im Video.

Drei Männer wurden festgenommen. Sie werden der modernen Sklaverei und des Menschenhandels verdächtigt. Offenbar zwangen sie die elf geretteten Menschen, für sich zu arbeiten. "Es besteht der Verdacht, dass mehrere Opfer zur Zwangsarbeit ausgebeutet wurden", erklärte Detective Chief Inspector Richard McDonagh. Die Befreiten werden nun medizinisch versorgt und bekommen Hilfe von den Behörden.

An diesen Warnsignalen erkennt man moderne Sklaverei

Das große Problem der Ermittler: Opfer moderner Sklaverei seien selten als solche zu erkennen, erklärte McDonagh. Oft sähen sie sich noch nicht einmal selber als Sklaven, obwohl sie ausgebeutet würden. "Wir bitten darum die Öffentlichkeit, wachsam zu sein und auf Warnsignale zu achten", sagte der Chefermittler. Laut der Londoner Polizei kann moderne Sklaverei in jeder Nachbarschaft vorkommen.

Immer wenn viele Leute in heruntergekommenen Unterkünften untergebracht seien, unterernährt, verängstigt oder schlecht versorgt wirkten, seien das Anzeichen, die auf moderne Sklaverei hindeuten könnten. Auch wenn Arbeiter ohne die nötige Schutzkleidung oder mit schlechter Ausrüstung ihren Job machen würden, viele Überstunden leiste müssten oder immer von jemandem gebracht und abgeholt würden, sollte einen das stutzig machen. Oft haben moderne Sklaven auch keinen Zugang zu ihren Ausweispapieren oder zu Bargeld.

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