Polizei ermittelt

Mobbing an Realschule Nördlingen: Gefälschte Todesanzeige für Mitschüler veröffentlicht

Unbekannte veröffentliche Todesanzeige eines Schülers der Nördlinger Realschule.
© Günzburger Zeitung

16. Dezember 2019 - 16:11 Uhr

Kriminalpolizei Dillingen befragt 14-jährigen Verdächtigen

In Nördlingen haben Unbekannte am Freitag in mehreren Zeitungen eine Todesanzeige geschaltet - darin zu lesen: der Name eines Schülers. Wegen der "offensichtlich unwahren Todesanzeige" hat die Kriminalpolizei Dillingen Ermittlungen aufgenommen. Bereits am Freitag sei ein 14-jähriger Tatverdächtiger im Beisein seiner Eltern befragt worden, teilten die Ermittler am Montag mit. In seinem Elternhaus stellte die Polizei bei einer Durchsuchung mehrere Datenträger sicher. Der 14-Jährige bestreitet, an der Erstellung der falschen Todesanzeige beteiligt gewesen zu sein. Die Polizei ermittelt bereits seit November wegen Internetkriminalität an der Nördlinger Realschule.

Minderjährigen Schülern und Schülerinnen Porno-Bilder geschickt

Der Verlagsleitung der "Augsburger Allgemeinen" ist nach eigenen Angaben seit Freitag bekannt, dass die Todesanzeige nicht echt sei. Die Anzeige war am 13. Dezember in der Augsburger Allgemeinen und mehreren zugehörigen Zeitungen erschienen. "Wir arbeiten intensiv mit der Kriminalpolizei zusammen, damit der oder die Auftraggeber ermittelt werden können", erklärte Verlagsleiter Rüdiger Hoebel in der "Augsburger Allgemeinen". Da diese eine falsche Bankverbindung angegeben hätten, sehe der Verlag sich als Geschädigter und wolle Strafanzeige erstatten.

Fünf Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufe acht wurden Links zu Pornoseiten und pornografische Bilder geschickt. Die bislang unbekannten Täter hätten außerdem über die Schul-E-Mailadressen der Betroffenen Verträge abgeschlossen und Reisen gebucht. Bislang sei dabei jedoch kein Sachschaden entstanden. "Außerdem fand eine Belästigung durch zahlreiche Callcenter-Anrufe statt" und es habe Drohungen per E-Mail gegeben, so die Polizei.

Weitere Details gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt. Die Ermittlungen im Gesamtkomplex würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte die Kripo Dillingen mit. An der betroffenen Schule fand bereits ein Infoabend zur Aufklärung über die Gefahren im Internet statt. Die Polizei rät Eltern unter anderem, auf Mobiltelefonen und PCs sogenannte Kinder- und Jugendfilter wie z. B. "klicksafe.de" zu installieren. Weitere Tipps, wie Sie Ihre Kinder im Netz schützen können, finden Sie hier.