Üble Vorwürfe gegen Mediziner

Mitten in der Pandemie - Chemnitzer Amtsarzt soll Urlaub auf Kuba machen

Kuba - macht der Amtsarzt hier Urlaub?

21. Januar 2021 - 13:37 Uhr

Amtsarzt soll Urlaub in der Karibik machen

Der Amtsarzt der Stadt Chemnitz soll seinen Urlaub derzeit auf Kuba verbringen– während in seiner Heimatstadt der Corona-Virus wütet. Und obwohl es eine Reisewarnung für den Karibikstaat gibt. Die Stadtverwaltung mauert, Lokalpolitiker fordern Aufklärung.

Unternehmensberater erhebt Vorwürfe

Der Unternehmensberater Dirk Liesch hat die Urlaubsreise publik gemacht. Im Gespräch mit RTL bekräftigt er die Vorwürfe. Er habe vom Reiseziel von einer sicheren Quelle aus dem Gesundheitsamt erfahren. Demnach habe der Chef des Gesundheitsamtes in Chemnitz, nach längerer Krankheit, eine fünfwöchige Reise nach Kuba angetreten. "Krank werden ist natürlich kein Problem", sagt Liesch, "aber in einer Zeit, wo mein Amt in der schwersten Krise seines Bestehens ist, wo alle Mitarbeiter Überlastet sind, da muss ich vorangehen, Vorbild sein. Da fliege ich als Chef nicht mal eben in die Karibik", so der Chemnitzer weiter. Zuerst hat "Tag24" über den Fall berichtet.

Stadt kündigt Gespräch im Februar an

Der Chemnitzer Sozial-Bürgermeister Ralph Burghart, Vorgesetzter von Mediziner Uerlings, bestätigt in einer Stellungnahme den langen Urlaub genehmigt zu haben, damit sich der Amtsarzt von einer Krankheit erholen könne. Wo dieser seinen Urlaub verbringe, wisse man nicht. Die Vorwürfe werden als Gerüchte bezeichnet. Sollten diese sich aber bestätigen, sei das Verhalten des Arztes "zweifelsohne moralisch deutlich zu hinterfragen." Zudem verspricht der Politiker: "Ich werde selbstverständlich mit ihm dazu sofort nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub im Februar sprechen."