Mitarbeiter von EU-Polizeimission bei Anschlag in Kabul getötet

Polizist aus Nordrhein-Westfalen verletzt

Ein Selbstmordattentäter hat in der Nähe des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul einen britischen Mitarbeiter der EU-Polizeimission Eupol mit in den Tod gerissen. Unter den drei verletzten Eupol-Mitarbeitern sei auch ein Polizist aus Nordrhein-Westfalen, teilte das Innenministerium in Düsseldorf mit. Zwei afghanische Zivilistinnen kamen bei der Detonation ebenfalls ums Leben, wie Polizeisprecher Ebadullah Karimi sagte. 18 weitere afghanische Zivilisten - darunter drei Kinder - seien verletzt worden. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Mitarbeiter von EU-Polizeimission bei Anschlag in Kabul getötet
Eupol unterstützt seit 2007 den Aufbau der afghanischen Polizei.
REUTERS, OMAR SOBHANI

Bei dem verletzten Deutschen handelt es sich um einen 51 Jahre alten Hauptkommissar aus Oberhausen. Der Attentäter sprengte sich in einem Auto in die Luft. Eupol teilte mit, dass eines ihrer Fahrzeuge mit vier Insassen angegriffen wurde. Ein Insasse sei getötet worden. Bei den anderen drei Mitarbeitern gehe man davon aus, dass ihre Verletzungen nicht lebensbedrohlich seien.

Nach Eupol-Angaben handelte es sich bei dem Toten um einen ausländischen Vertragsarbeiter, der kein Deutscher war. Nähere Angaben zur Nationalität machte ein Eupol-Sprecher auf Nachfrage nicht. Das britische Außenministerium meldete den Tod eines Briten bei dem Anschlag. Eine Sprecherin sagte, dass es sich um den Eupol-Mitarbeiter handele.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger verurteilte den Anschlag. "Es zeigt sich leider wieder, wie gefährlich die Situation in Afghanistan nach wie vor ist. Zugleich wird aber deutlich, dass die afghanischen Sicherheitskräfte weiter die internationale Unterstützung im Kampf gegen den Terror brauchen."