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Mit Ticks und Tricks: SPD-Kandidat mit Tourette-Syndrom lässt sich nicht aufhalten

Wahlkampf mit Tourette-Syndrom
Wahlkampf mit Tourette-Syndrom Bijan Kaffenberger will in den hessischen Landtag 05:00

Er zuckt, quietscht und rudert plötzlich mit den Armen

Für Bijan Kaffenberger aus Roßdorf bei Darmstadt ist es völlig normal. Der 29-Jährige hat das Tourette-Syndrom, eine unheilbare Nervenkrankheit. Aber statt sich zu verkriechen, will er jetzt ganz hoch hinaus: Er kandidiert in Darmstadt für den hessischen Landtag.

Wahlkampf mit Hindernissen

Luftballons in der Fußgängerzone verteilen, freundlich von Tür zu Tür gehen: Was für viele Politiker ganz normaler Wahlkampf ist, ist für Bijan Kaffenberger alles andere als normal. Der 29-Jährige aus dem hessischen Roßdorf leidet am Tourette-Syndrom, einer unheilbaren Nervenkrankheit. Seit seinem 6. Lebensjahr wird sein Leben von verschiedensten Ticks bestimmt.

Bei der anstehenden Landtagswahl will Kaffenberger für die Hessen-SPD ins Parlament einziehen. Für die Bürger seines Wahlkreises sind seine ungewohnten Bewegungen kein Problem: "Ich finde es mutig und wichtig, dass er kandidiert und ich glaube nicht, dass es [das Tourette-Syndrom] von seinen Inhalten ablenkt", erzählt uns eine Teilnehmerin am Rande der Wahlkampfveranstaltung.

"Tourette ist ein Teil von mir"

Tabletten gegen das Tourette nimmt Kaffenberger seit der Pubertät nicht mehr. Grund dafür waren die vielen Nebenwirkungen. "Ich lebe lieber mit den Ticks, als mit den Nebenwirkungen“, so der 29-Jährige und ergänzt: "Tourette ist ein Teil von mir." Den Wunsch, ein Leben ohne die Nervenkrankheit zu führen, hat er übrigens nicht: "Ich wüsste nicht, ob es ohne Tourette besser wäre."

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