Vier E-Bike Typen im Test

Mit Strom unter dem Sattel: Welches E-Bike für Sie das beste ist

© dpa, Roland Weihrauch, rwe wst jol

15. April 2019 - 6:49 Uhr

Von Patrick Eckholt

Radfahren ohne zu schwitzen? Das geht: Auf zwei Rädern mit Elektromotor. Vor zehn Jahren begann mit den E-Bikes das Radfahren unter Strom. Damals noch mit zwei verschiedenen Modellen. Mittlerweile gibt es über 120 verschiedene. Doch was können die Stromräder und welches E-Bike eignet sich für welche Zielgruppe am besten? Vier Modelle im Test.

Einfach zu bedienen: "Der Fahrer setzt sich drauf und kann losfahren"

Etwa zwei Millionen E-Bike-Fahrer sind mittlerweile in Deutschland unterwegs. Der unterstützende Motor erleichtert den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad. "In den letzten Jahren ist der Markt kontinuierlich im Aufschwung. Die Anzahl der E-Bike-Fahrer wird immer größer", sagt Clemens Rott vom Allgemeinen Deutschen Fahhrad-Club (ADFC) in Köln.

Die durch einen Elektromotor unterstützten Räder sind leicht zu bedienen. "Für den Nutzer selbst ist das System total überschaubar. Das System wird angeschaltet, der Fahrer setzt sich drauf und kann losfahren. Über das vorhandene Display stellt er die gewünschte Unterstützungsstufe ein. Den Rest macht das Fahrrad von selbst", erklärt Sören Mühle, Produktmanager des Fachhändlers ZEG.

Für den Alltag: Das City-Trecking-Bike

Das City Trecking Bike eignet sich am besten für den alltäglichen Gebrauch
Das City Trecking Bike eignet sich am besten für den alltäglichen Gebrauch
© n-tv

Das City-Trecking-Bike ist das Standard-Modell unter den E-Bikes. Am besten eignet es sich für den alltäglichen Gebrauch auf dem Radweg und auf der Straße. Bis zu 175 Kilometer können mit einer vollen Akkuladung zurückgelegt werden. Um diesen anschließend wieder komplett zu laden, dauert es - vergleichbar wie bei den drei anderen Modellen - etwa fünf Stunden.

Der Motor misst, wie schnell der Fahrer tritt und unterstützt dann um den gewählten Faktor. Zusätzlich kann der Fahrer auf dem Display zwischen den verschiedenen Unterstützungsstufen selbst variieren. Im Turbo-Modus ist eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h möglich.

Das getestete Pegasus Premio E10 liegt preislich bei 3.149,00 Euro.

Abseits der Straße: Das E-Mountainbike

Offroad unterwegs - mit dem E-Mountainbike im Wald
Offroad unterwegs - mit dem E-Mountainbike durch die Wälder
© ntv

Die 'Offroad-Maschine': Das E-Mountainbike besitzt einen großen, besonders robusten Fahrradrahmen. Dennoch liegt es unter den getesteten E-Bikes mit 24,2 Kilogramm in der mittleren Gewichtsklasse. Mit dieser sportlichen Variante wird auch die jüngere Zielgruppe erreicht. Ob die Motorunterstützung beim Mountainbiken nötig ist, muss der sportliche Biker selbst entscheiden.

"E-Mountainbikes werden nicht von Rentnern gefahren, sondern von jungen Leuten, die damit tatsächlich richtig Sport treiben. Also für Fahrer die im Wald unterwegs sind, oder beispielsweise auch in den Alpen. Das hat nichts mehr mit dem Oma-Tiefeinsteiger zu tun. Es sind richtige Sportgeräte." Mit einer Akkukapazität von 650 Watt hat es zudem mit am meisten Power und ermöglicht eine Reichweite von etwa 220 Kilometern.

Der getestete Bulls E-Stram EVO FS liegt preislich bei 4.699,00 Euro und ist damit das teuerste Testmodell.

E-Bike to go: Das Faltrad

Pendler können das Faltrad auf mit in die Bahn nehmen
Pendler können das Faltrad auf dem Weg zu den öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen
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Auch das kleinere, mobile Faltrad schafft es auf 25 km/h. "Das Faltrad ist ideal für Pendler, die das Bike dann mit in die Bahn nehmen. Oder auch für Camper, die das Faltrad hinten im Wohnmobil mit sich führen." Wie bei den anderen Modellen auch, kann die Unterstützungsstufe am Lenker reguliert werden.

Das Zusammenfalten dauert etwa nur eine halbe Minute. Der Nachteil: Mit einem Gewicht von 24,2 Kilogramm weist es für ein mobiles Rad ein hohes Gewicht auf. Ein Eingriff am Sattel ermöglicht es allerdings, das Faltrad in die Straßenbahn zu rollen.

Das getestete Hercules Rob Fold R8 liegt preislich bei 2.849,00 Euro und ist damit die kostengünstigste Variante.

Das Hightech-Elektrorad: Der Sturmvogel E Evo

Der Sturmvogel Evo ist eines der modernsten E-Bikes
Digital vernetzt: Der Sturmvogel E Evo ist eines der modernsten E-Bikes
© ntv

Der Sturmvogel Evo ist nicht nur optisch ein echter Hingucker, sondern bietet auch technisch ein hohes Maß an Modernität. Diese innovative Entwicklung wird auch "Connected Bike" genannt.  "Das ist die Zukunft. Damit haben wir es geschafft, das Fahrrad mit einer Cloud zu verbinden. Wir haben also einige Sensoren ins Fahrrad gepackt", sagt ZEG-Produktmanager Sören Mühle.

Eine neue Funktion ist der Diebstahlschutz. Damit kann der Besitzer auf dem Smartphone mitverfolgen, wo sich der Sturmvogel befindet. Nach einem Diebstahl kann das Rad damit sogar außer Funktion gesetzt werden. Die zusätzliche Funktion der Unfallerkennung ermöglicht es, dass im Fall eines Sturzes eine vorher bestimmte Person kontaktiert wird. Dabei werden automatisch die GPS-Daten und damit der Unfallstandort übermittelt, sodass Hilfe organisiert werden kann.

Der getestete Sturmvogel E EVO liegt preislich bei 3.499,00 Euro.

Wichtig vor der ersten Tour mit dem E-Bike: das Probefahren

Das Fazit: Eine hohe - teils sehr hohe - Investiton, dafür aber mit garantiertem Spaß und kraftsparender Unterstützung durch den Elektromotor, die sich lohnt. Vom Alltagsrad, über die sportliche Variante, bis hin zum modernen Technikmodell, ist für jede Zielgruppe etwas dabei.

Wichtig ist, dass vor der ersten Fahrt einige Dinge beachtet werden sollten. "E-Bikes sind schwerer und haben andere Schwerpunkte. Auch ein anderes Bremsverhalten und andere Beschleunigungswerte. Da ratem wir jedem, erstmal Probefahrten zu machen", erklärt Clemens Rott vom ADFC.

Also: Rauf auf den Sattel und durch Strom unterstützt über die Straßen zur Arbeit, durch die Wälder, oder entspannt und digital vernetzt durch den Park fahren.