Prozess gegen vier Männer in Braunschweig

Mit Stahlkette und Messer: Töteten sie ihren Verwandten auf offener Straße?

Prozessauftakt in Bruanschweig gegen vier Männer wegen Totschlags
Prozessauftakt in Bruanschweig gegen vier Männer wegen Totschlags
© deutsche presse agentur

27. April 2021 - 15:12 Uhr

Attacke vor Wohnhaus in Wolfsburg

Die vier Männer aus Wolfsburg sollen ihrem späteren Opfer und dessen Frau erst aufgelauert haben, bevor sie den Mann umgebracht haben sollen. Ab Dienstag (9.00 Uhr) stehen sie wegen des gewaltsamen Todes eines Verwandten vor Gericht. Ihnen wird gemeinschaftlich begangener Totschlag an einem Familienmitglied vorgeworfen, wie das Landgericht Braunschweig mitteilte. Ein längerer Streit in der türkisch-stämmigen Großfamilie soll dazu geführt haben, dass die vier Männer den Verwandten auf offener Straße vor dessen Wohnhaus töteten. Angeklagt sind ein 46-jähriger Vater und dessen beiden 24 Jahre alten Zwillingssöhne sowie sein 25-jähriger Schwiegersohn.

Erst war die Ehefrau dran

September 2020: Das spätere Opfer und seine Ehefrau sind mit ihrem Auto in Wolfsburg unterwegs. Plötzlich sollen sie bemerkt haben, dass sie von einem Auto verfolgt werden. Als das Paar zuhause ankommt, bestätigt sich laut Anklage der Verdacht. Der 46-Jährige Angeklagte und sein Schwiegersohn sollen aus dem Wagen gestiegen sein. Außerdem sollen die mitangeklagten Zwillingssöhne des Mannes schon am Wohnhaus gewartet haben. Anschließend habe der 46-Jährige der Ehefrau des Opfers Pfefferspray in die Augen gesprüht, ihr mehrere Faustschläge ins Gesicht verpasst und sie ins Gebüsch geschubst.

Mit Metallschloss und Messer attackiert

Alle vier Männer sollen dann heftig auf den Mann und dessen Kopf mehrmals eingeschlagen haben. Unter anderem mit einer massiven Stahlkette inklusive Metallschloss.
Anschließend habe das Opfer ein Klappmesser aus der Bauchtasche gezogen und auf die mitangeklagten Zwillinge eingestochen. Die beiden 24 Jahre alten Männer sollen dadurch lebensbedrohliche Stichverletzungen am Oberkörper erlitten haben. Laut Anklage, soll die Gegenwehr ihres Verwandten die Männer noch darin bestärkt haben, ihn töten zu wollen. Einer der Angeklagten soll dem Opfer dann schließlich das Messer abgenommen und zugestochen haben. Unter anderem ins Herz. Danach sei der Mann vor der Haustür seiner Schwiegereltern zusammengebrochen. Als Familienmitglieder des Opfers zur Hilfe herbeigeeilt seien, hätten die Angeklagten die Flucht ergriffen. Das Opfer wurde noch am Tatort notoperiert. Der Mann verstarb aber an Herz-Kreislauf-Versagen und dem massiven Blutverlust.


Quelle: DPA / RTL.de