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"Mit Stacheldraht und Zäunen ist diese Fluchtbewegung kaum aufzuhalten"

"Mit Stacheldraht und Zäunen ist diese Fluchtbewegung kaum aufzuhalten"

RTL-Reporter Dirk Emmerich berichtet aus Osteuropa

In Mazedonien kommt ein Zug mit über 1.500 Flüchtlingen an. Ahmed ist Jura-Student. Er ist mit seiner ganzen Familie auf der Flucht, seiner Mutter, seiner Schwester, deren Mann und zwei Kindern. "Wir kommen aus Aleppo", sagt der Syrer. "Unser Ziel ist Deutschland." Nur zehn Minuten nach der Zugankunft zieht das RTL-Team mit den 1.500 Menschen über einen illegalen Pfad. Ihn dulden inzwischen sowohl die mazedonischen als auch die serbischen Grenzschützer.

"Fluchtbewegung ist kaum aufzuhalten"
Dirk Emmerich ist zurzeit in Osteuropa unterwegs.

Zwei Stunden strammer Fußmarsch nach Presevo. Stillen im Gehen, nur keine Zeit verlieren. Auch eine Frau, die vor zehn Tagen mit ihrem kleinen Sohn aus Aleppo losgezogen ist, sagt "Almanya", also Deutschland, mit großer Hoffnung.

"Manche Kinder haben tagelang nichts gegessen"

In der serbischen Grenzstadt bekommen sie Papiere und Lebensmittel. Nur die, die aus Erschöpfung eine Pause brauchen, errichten sich ein Zelt für die kommende Nacht. "Vor allem Kinder leiden unter Durchfall", sagt Vladimir Siakloca vom Asyl-Infozentrum. "Manche haben tagelang nichts gegessen."

Zwischenstation Belgrad: Vor dem Bahnhof der serbischen Hauptstadt kampieren Tausende, die schnell weiterwollen. Hilfsorganisationen stellen Trinkwasser bereit und tragen Kleiderspenden zusammen. Es gibt eine große Bereitschaft, den Flüchtlingen zu helfen. "Die Menschen in den Parks brauchen schnelle Hilfe: medizinische Versorgung, Lebensmittel. Dafür sind wir hier", sagt ein Helfer. "Die Menschen brauchen das Gefühl, willkommen zu sein."

Die Zeit wird knapp. Unter den Flüchtlingen hat sich herumgesprochen, dass die Ungarn den Grenzzaun, am Montag dicht machen wollen. Ob das wirklich gelingt? "Und wenn", sagt RTL-Reporter Dirk Emmerich. "Mit Stacheldraht und Zäunen ist diese Fluchtbewegung kaum aufzuhalten."