Klaus O. hatte Kollegen giftige Substanz untergejubelt

Mit Pausenbrot vergiftet: 26-Jähriger stirbt nach monatelangem Wachkoma

Klaus O. vergiftete die Pausenbrote seiner Kollegen.
© dpa, Friso Gentsch, frg wst

09. Januar 2020 - 10:58 Uhr

Irreparable Hirnschäden

Im März 2019 wurde ein 57-Jähriger wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Klaus O. streute seinen Kollegen in Schloß Holte-Stukenbrock (Ostwestfalen) Gift auf die Pausenbrote oder in die Getränke. Zwei seiner Opfer wurden nierenkrank, ein weiteres erlitt irreparable Hirnschäden und lag im Wachkoma. Jetzt ist der 26-Jährige an den Folgen der Vergiftung gestorben, das bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Bielefeld.

Über Jahre vergiftete Klaus O. Kollegen

Über Jahre hinweg vergiftete der Mann seine Kollegen heimlich. Überführt wurde er schließlich durch Aufnahmen einer Überwachungskamera. Einem Kollegen fiel ein weißes Pulver auf seinem Pausenbrot auf. Er wurde stutzig, machte Fotos und informierte die Firmenleitung. Die installierte im Pausenraum eine Kamera, die filmte, wie der 57-Jährige sich an der Mittagsverpflegung seiner Kollegen zu schaffen machte.

Der Richter sprach von einer "gespenstisch wirkenden Serie". Klaus O. richtete in seinem Keller ein richtiges Labor ein, wo er mit giftigen Substanzen herumexperimentierte. Zu den Vorwürfen schwieg der Angeklagte die ganze Zeit, darum weiß niemand so genau, warum er seine Kollegen vergiftete. Das einzige, was er einer Psychologin in der JVA Bielefeld sagte, war, dass er wie ein Wissenschaftler mit Giftstoffen Experimente durchführen wollte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte legte Revision am Bundesgerichtshof ein.