Mit großer Mehrheit: EU-Parlament stimmt für Abschaffung der Zeitumstellung

09. Februar 2018 - 6:28 Uhr

Einigkeit im Straßburger EU-Parlament

Alle halbe Jahre werden in Deutschland und Europa die Uhren umgestellt (das nächste Mal wieder am 25. März). Seit 1981 wird das in der EU so gemacht. Und mindestens genauso lange tobt die Diskussion über Sinn, Unsinn und Zweck des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit. Und dabei ist die Vor- oder Zurück-Problematik noch die geringste. Doch jetzt könnte es der Zeitumstellung endgültig an den Kragen gehen: Das EU-Parlament in Straßburg stimmte mit großer Mehrheit für ihre Abschaffung.

Gegner der Zeitumstellung setzen sich durch

Die Antragsteller hatten mit einer breiten Mehrheit für die Abschaffung gerechnet, zu groß sei der europaweite Ärger über die Begleiterscheinungen des halbjährlichen Zeitenwechsels. Die Auswirkungen auf den Biorhythmus der Menschen, wie zum Beispiel Schlafprobleme, seien zu negativ. Gleichzeitig gebe es kaum einen wirtschaftlichen Nutzen, so die Argumente der Gegner. Und entsprechend deutlich fiel das Votum auch aus: 384 der EU-Abgeordneten aus den 28 Mitgliedsländern stimmten am Donnerstag für die Abschaffung der Sommerzeit. Nur 154 befürworteten die Zeitumstellung. Sie lobten das längere Sonnenlicht am Abend, und dass allein in Deutschland 80 Prozent der Menschen keine Beeinträchtigung durch die Zeitumstellung bemerken würden.

Mit dem deutlichen Votum ist die Zeitumstellung aber noch nicht abgeschafft: Das Parlament forderte die EU-Kommission mit ihrem Antrag auf, genau zu prüfen, welche Vor- und Nachteile die Umstellung hat und diese gegebenenfalls abzuschaffen. Erst wenn die Kommission alle Argumente genau abgewogen hat, könnte das Ende der Zeitumstellung besiegelt werden.

Voting: Würden Sie die Zeitumstellung abschaffen?

Zu dem Thema würden wir gerne Ihre Meinung wissen. Abschaffen oder nicht, das ist hier die Frage. Interessant: Im Parlamentsantrag geht es allerdings nicht darum, ob man sich jetzt für Sommer- oder Winterzeit entscheidet, sondern nur ob die Zeitumstellung generell beendet werden soll.