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Mit diesen Ernährungstipps bleiben Sie bei Hitze fit und gesund

Speisen im Sommer nicht sofort kühl zu stellen, kann fatale Folgen haben. Denn Keime vermehren sich rasant, führen zu Durchfall.
Gerade bei heißen Temperaturen nehmen die Fälle von Magen-Darm-Erkrankungen zu. Schuld sind meist die Keime, die sich schneller als üblich auf Speisen vermehren. © iStockphoto, Andreas Lindlahr +491734558080

Gesundheitsgefahr durch Hitze: so überstehen Sie die heißen Tage

Die extreme Hitze belastet nicht nur Herz und Kreislauf. Bei den Rekordtemperaturen kommt es auch vermehrt zu Durchfallerkrankungen. Schuld sind fast immer Bakterien auf tierischen Lebensmitteln, wie Fleisch oder Eiern. Sie vermehren sich bei Hitze sehr viel schneller als normal. Was man bei diesen Temperaturen in der Küche besonders beachten sollte und welche Ernährungstipps man unbedingt beherzigen sollte, erklärt der bekannte TV-Arzt Dr. Christoph Specht.

Fleisch und Eier nicht abwaschen

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Eier abwaschen? Eher nicht! © inapf

Dass sich auf Fleisch, insbesondere vom Hühnchen, Keime befinden, ist erstmal ganz normal. "Es gibt kein Fleisch, das keimfrei ist", sagt Dr. Specht. Gefahr für die Gesundheit besteht allerdings erst, wenn die Bakterien sich vermehren. Und das tun sie bei sehr warmen Temperaturen besonders schnell. Neben den altbekannten Salmonellen sind es oft Campylobacter-Bakterien.

Dr. Specht rät: "Eier nicht abwaschen, bevor man sie verwendet. Denn durch das Wasser können Bakterien auf der Schale durch minimale Risse in das Ei eintreten. Das ist nicht schlimm, wenn es anschließend hart gekocht wird. Denn dann sterben die Bakterien sowieso. Wird das Ei allerdings weich gegessen oder in Desserts verarbeitet, kann es kritisch werden." Außerdem besteht bei Abspülen von Eiern die Gefahr, dass mit Bakterien verunreinigtes Spritzwasser auf die Arbeitsfläche oder den Spüllappen gelangt. Von dort werden sie dann auf andere Lebensmittel weitergetragen.

Tipp: ein bisschen Schärfe im Essen

ARCHIV - Spareribs, Gemüse, gefüllte Hühnerbrust und Garnelen liegen am 19.05.2013 während der 18. Deutschen Grillmeisterschaft in Göppingen auf dem Grill von Michael Hoffmann, Teamchef des Grillteam Gut Glut e.V. Mit Grillgabel, Schürze und ganz vie
Weit verbreiteter Unsinn: Grillfleisch muss nicht gewaschen werden! © dpa, Daniel Maurer

Das gleich gilt übrigens auch für Fleisch, wie Dr. Specht erklärt: "Es ist gar nicht nötig, Fleisch vor dem Grillen zu waschen. Die Keime sterben auf dem heißen Grill oder in der Pfanne sowieso."

Mariniert ist übrigens besser als unmariniert: Das Salz und die Schärfe der Gewürze halten die Bakterien zumindest ein wenig in Schach. Scharfe Speisen sorgen aber auch noch auf anderem Wege dafür, dass Bakterien uns nicht so schnell etwas anhaben können: Schärfe im Essen regt den Fluss der Magensäure an, es wird mehr davon produziert. Und Magensäure tötet die Bakterien ab.

Zu kalte Getränke können Nerven-Reizung und Durchfall verursachen

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Eiswürfel sind bei Hitze verlockend, aber nicht ideal. © Eisenhans

Auch beim Thema "Trinken" sollte man bei diesen Temperaturen ein paar Dinge beachten, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Sehr kalte Getränke sollte man lieber nicht trinken. Denn sie können im Verdauungstrakt Nerven reizen. Darauf kann der Darm im Extremfall dann sogar mit Durchfall reagieren.

Außerdem sorgen extrem kalte Getränke dafür, dass der Körper mehr arbeiten muss, um den Temperaturunterschied auszugleichen. Das führt zu noch stärkerem Schwitzen und damit Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust. Besser ist es, Flüssigkeit lauwarm zu trinken.

Alkoholfreies Weizen - das optimale isotonische Getränk

ARCHIV - Zwei Männer stoßen in einem Biergarten in der Innenstadt von Landshut (Niederbayern) mit zwei Gläsern Weizenbier an (Archivfoto vom 16.11.2006). Der Verband Private Brauereien Deutschland informiert auf einer Pressekonferenz über Gentechnik
Weizenbier ist perfekt - alkoholfrei, versteht sich. © picture-alliance/ dpa, Armin Weigel

​Der Getränke-"Geheim"-Tipp von Dr. Specht: alkoholfreies Weizen. "Das ist isotonisch und gleicht den Verlust an Mineralstoffen durchs Schwitzen bestens aus." Generell gilt: nicht zu schnell trinken. Wer einen halben oder sogar ganzen Liter in einem Zug trinkt, überfordert seinen Körper. Optimal: alle 20 Minuten ein Glas trinken. Am besten Wasser. Fruchtsäfte in großer Menge belasten durch den hohen Fructose-Gehalt die Leber. Wem reines Wasser geschmacklich zu langweilig ist, der kann es gerne mit Saft mischen. Das Verhältnis 5:1 sorgt für eine fruchtige Note, ohne dass man zu viel Fruchtzucker aufnimmt.

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