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Mit Baseballschläger gegen Rutenschläge

Mit einem Baseballschläger und einer Glasflasche haben sich zwei junge Männer bei einem traditionellen Klausentreiben im Allgäu gegen Rutenschläge gewehrt. Ein Verkleideter erlitt dabei eine Platzwunde am Kopf, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Nach ersten Ermittlungen hatte einer der beiden 20- und 21-Jährigen den Baseballschläger zur Selbstverteidigung mit zu dem Umzug am Mittwochabend im schwäbischen Markt Türkheim (Landkreis Unterallgäu) genommen.

Ein Klause im Gruselkostüm wollte die beiden Männer hinter der Absperrung mit einer Rute schlagen, wie es Brauch ist. Daraufhin habe ein Tatverdächtiger der Gestalt mit der Flasche auf den Kopf geschlagen, sagte ein Sprecher. Danach seien die beiden Angreifer mit dem Baseballschläger auf die Klausen losgegangen. Gegen die Tatverdächtigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Einen zweiten Vorfall gab es Mittwochnacht im Ostallgäu - dort fielen jedoch Klausen gewaltsam auf. Mehrere von ihnen stoppten in Roßhaupten einen 33-jährigen Autofahrer, öffneten die Tür seines Fahrzeugs und zwangen ihn zum Aussteigen. Die Verkleideten griffen den Mann an und verletzten ihn nach Polizeiangaben an der Hand und im Gesicht. Ein 23-Jähriger wurde wenig später als Tatverdächtiger identifiziert - die anderen Klausen blieben zunächst unerkannt.

Immer wieder kam es in der Vergangenheit bei Klausentreiben in der Vorweihnachtszeit zu Gewalt. Das Allgäuer Bärbele- und Klausentreiben ist seit mehreren Jahrhunderten belegt und geht möglicherweise auf einen uralten heidnischen Brauch zum Vertreiben von Geistern und Dämonen zurück. Die hexenähnlichen Bärbele sind dabei die weibliche Alternative zu den männlichen Klausen.


Quelle: DPA

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