Nur noch Haut und Knochen

Adoptiveltern lassen Mädchen (10) zu Tode hungern

© Wilson mortuary

17. Oktober 2020 - 12:39 Uhr

Mit nur 18 Kilo kam das Mädchen ins Krankenhaus

Josie Ann Abney aus Salem im US-Bundesstaat Missouri kam am 3. Oktober ins Krankenhaus, sie wog nur noch rund 18 Kilo. Ein Beamter hatte auf den Anruf des Mädchens reagiert. Doch Josie Ann schaffte es nicht. Die Adoptiveltern hatten die Zehnjährige zu Tode hungern lassen.

Ärzte konnten Josie Ann nicht einmal Blut entnehmen

Josie Ann Abney war nur noch aus Haut und Knochen, erzählt ein Beamter in "The Sun". Sie hatte eine Wunde am Nasenrücken und blaue Flecken an Brust, Armen, Händen und Schläfen. Josie Ann sei so dehydriert gewesen, dass Ärzte ihr nicht einmal Blut entnehmen konnten. Ihr Blutzucker war weiter unter dem normalen Bereich, sagte der behandelnde Arzt.

Normalerweise wiegt ein zehnjähriges Mädchen um die 32 Kilo. Josie Ann ist an dem Tag noch für tot erklärt worden. Kurz darauf ist das zu Hause des Mädchens untersucht worden. Der Kühlschrank im Haus hatte offenbar eine Kindersicherung. Die Konserven waren zu hoch gelagert, so dass Josie Ann sie hätte gar nicht erreichen können. 

Josie Ann sei so dehydriert gewesen, dass Ärzte ihr nicht einmal Blut entnehmen konnten.
Josie Ann sei so dehydriert gewesen, dass Ärzte ihr nicht einmal Blut entnehmen konnten.
© Wilson mortuary

Josie Anns Schlafzimmertür konnte von außen verschlossen werden und über der Tür war offenbar ein Alarm installiert. Auch über ihrer Schranktür befanden sich zwei Kindersicherungen. Ihr Zimmer hatte nur eine Matratze auf dem Boden, eine Lampe und einen Korb für Kleidung.

Paar adoptierte Josie Ann im Jahr 2013

Susan Abney (44) und Randall Abney (51) hatten Josie Ann im Jahr 2013 adoptiert. Sie soll von etwa 13 Kindern das erste Pflegekind gewesen sein, das sie adoptieren wollten. 

Susan Abney (44) und Randall Abney (51) hatten Josie Ann im Jahr 2013 adoptiert.
Susan Abney (44) und Randall Abney (51) hatten Josie Ann im Jahr 2013 adoptiert.
© Dent County Sheriff’s Office via AP

Ihre Begründung für den umgedrehten Türknauf widersprachen sich: Randall Abney sagte, er habe sie nie eingesperrt und er dachte, der Türknauf sei so, als sie das Haus kauften. Seine Frau behauptete, er habe es umgedreht und sie hätten das Schloss benutzt. Die Adoptivmutter gab zu, dass ihr Mann und sie für den Tod des Mädchen verantwortlich waren. 

„Es war meine eigene Dummheit“

Das Paar hatte eine Versicherung und auch Zeit, um Josie Ann zum Arzt zu bringen, aber sie taten es nicht. "Es war meine eigene Dummheit", sagte die Mutter später, "Ich hatte zu viel Angst vor dem, was alle denken würden". Randall Abney behauptete, das Mädchen habe sich anfangs immer geweigert, zu essen und habe später angefangen, zu essen.

Randall Abney behauptete, das Mädchen habe sich anfangs immer geweigert, zu essen und habe später angefangen, zu essen.
Randall Abney behauptete, das Mädchen habe sich anfangs immer geweigert, zu essen und habe später angefangen, zu essen.
© Dent County Sheriff’s Office via AP

Die Abneys sind wegen Kindesmissbrauchs und der Vernachlässigung von Josie Ann mit Todesfolge angeklagt worden. Ihnen drohen nun bis zu 30 Jahre Haft.