Missbrauchsprozess in Berlin: Alexander G. chattete mit Mädchen und bot sie im Darknet zum Sex an

Alexander G. erschlich sich mit mehreren Fake-Profilen das Vertrauen der minderjährigen Mädchen.  (Motivbild)
Alexander G. erschlich sich mit mehreren Fake-Profilen das Vertrauen der minderjährigen Mädchen. (Motivbild)
© dpa, Jens Büttner, jbu bra kno fux fld aba

08. November 2017 - 10:19 Uhr

Angeklagter erschlich sich mit Fake-Profilen das Vertrauen

Die Liste der Vorwürfe, wegen denen sich Alexander G. vor dem Berliner Landgericht verantworten muss, ist lang. Der 36-Jährige soll sich mit mehreren Fake-Profilen das Vertrauen minderjähriger Mädchen erschlichen haben. Er brachte sie dazu, ihm Nacktfotos zu schicken oder sich sogar mit ihm zum Sex zu treffen. Außerdem bot er die Mädchen im Darknet auch anderen Männern an.

Alexander G. gab sich im Chat als 13-jähriges Mädchen aus

Mal gab er sich selbst als 13-Jährige aus, mal als 20-jährigen Mann. Zuerst brachte er die Mädchen dazu, ihm intime Fotos zu schicken oder mit ihm über sexuelle Themen zu sprechen, dann versuchte er mehr. Es habe ihn fasziniert, die Teenager so zu manipulieren, dass sie sich mit ihm treffen wollten, sagte der Angeklagte vor Gericht, wie die 'Welt' berichtete. Zwischen 2012 und März 2017 schrieb er immer wieder mit Minderjährigen über Chatdienste wie WhatsApp.

Für ihn sei das alles "ein Spiel, ein Experiment" gewesen, sagte Alexander G. Er wollte testen, wie weit er gehen könne und wie weit die Mädchen gehen würden. Eine 14- und eine 15-Jährige traf er dann tatsächlich zum Sex. Er selbst sei als Teenager nicht so gut bei Mädchen angekommen, darum habe sich seine Neigung nie verflüchtigt.

Angebote im Darknet - Ermittler kamen ihm durch anonymen Tipp auf die Spur

Doch das war noch nicht alles. Im Darknet nahm er Kontakt zu anderen Pädophilen auf und gab kinderpornografisches Material weiter. Nach seiner Verhaftung stellte die Polizei unzählige Dateien sicher. Ab Sommer 2016 bot er seinen Kontakten außerdem Mädchen im Alter zwischen neun und 14 Jahren für sexuelle Dienste an, dafür wollte er eine "Provision" kassieren.

Bevor etwas Schlimmeres passierte, kamen die Ermittler dem Mann dann aber durch einen anonymen Hinweis auf die Schliche. Der Event-Manager bot einem verdeckten Ermittler im Darknet ein Mädchen zum Sex an. "Wäre ich nicht gestoppt worden, hätte sich ein Mädchen vielleicht tatsächlich mit einem Perversen aus dem Darknet getroffen. So war es ein verdeckter Ermittler", zitierte die 'B.Z.' den Angeklagten.