Missbrauchsfall von Staufen: Spanier wird vor Freiburger Landgericht angeklagt

Christian L., einer der beiden Hauptangeklagten im Missbrauchsprozess von Staufen, vor dem Landgericht Freiburg.
Christian L., einer der beiden Hauptangeklagten im Missbrauchsprozess von Staufen, vor dem Landgericht Freiburg.
© dpa, Patrick Seeger, pse cul fgj

08. Juli 2018 - 17:08 Uhr

Letzter von acht Angeklagten vor Gericht

Die Taten, um die es im Missbrauchsprozess von Staufen geht, sind abscheulich: Zusammen mit ihrem Freund bot eine Mutter ihren neunjährigen Sohn im Darknet gegen Geld zur Vergewaltigung an. Männer aus dem In- und Ausland gingen auf das Angebot ein, reisten nach Staufen und vergingen sich an dem Kind. Mit einem 33-jährigen Spanier kommt Ende Juli nun der letzte der acht Angeklagten in Freiburg vor Gericht.

10.000 Euro für Vergewaltigungen bezahlt

Der Mann aus der Nähe von Barcelona war laut Gericht einer der Männer, die auf das unmenschliche Angebot der mittlerweile 48 Jahre alten Berrin T. und deren 39-jährigen Lebensgefährten Christian L. eingingen. Mehrmals soll er ins südliche Baden-Württemberg gereist sein, um sich an dem hilflosen Kind zu vergehen. Mehr als 10.000 Euro soll er dafür bezahlt haben.

Der Prozess gegen den letzten von acht im Staufener Missbrauchsfall Angeklagten soll am 26. Juli vor dem Landgericht Freiburg eröffnet werden. Fünf Männer aus verschiedenen europäischen Ländern wurden bereits verurteilt. Unter ihnen befindet sich auch der 41 Jahre alte Markus K. Der wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafte Mann muss zehn Jahre ins Gefängnis. Außerdem ordnete das Landgericht Freiburg Sicherungsverwahrung an.

Mutter und Lebensgefährte haben bereits gestanden

Berrin T. und ihr Partner haben bereits gestanden und zugegeben, den heute Zehnjährigen von Mai 2015 bis August 2017 anderen Männern gegen Geld zur Vergewaltigung zur Verfügung gestellt zu haben. Die Anklage lautet auf schwere Vergewaltigung und Zwangsprostitution. Lebensgefährte Christian L. hatte ausgesagt, die Mutter unter Druck gesetzt und zu der Aktion gedrängt zu haben. "Ich war die treibende Kraft", hatte er vor Gericht gesagt. Ihm wird außerdem vorgeworfen, den Jungen selbst bis zu 60 Mal missbraucht zu haben. Auch soll das Paar sich mehrfach an der dreijährigen Tochter eines Bekannten vergangen haben.

Der Junge lebt mittlerweile in einer Pflegefamilie. Nach Ansicht der Polizei wird er noch jahrelang Hilfe benötigen. Vor Gericht aussagen möchte er bislang nicht.