Ermittler: „Jeden Stein und jedes Brett umdrehen“

Missbrauchsfall Münster: Polizei findet bei Gartenlauben-Abriss keine neuen Spuren

13. Juni 2020 - 19:52 Uhr

Ermittler in Münster suchen nach Beweisen für Kindesmissbrauch

Im Missbrauchsfall Münster hat die Polizei am Samstag auf der Suche nach weiteren Spuren die Gartenlaube des Verdächtigen abreißen lassen – ohne neue Ergebnisse. "Wir haben uns entschlossen, hier jeden Stein und jedes Brett umzudrehen, damit wir wirklich nichts übersehen", sagte Andreas Bode, Pressesprecher der Polizei vor Ort. Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützte die Beamten. Am Freitag hatten Spürhunde die Laube nach versteckten Datenträgern durchsucht, aber nichts gefunden. In der Laube des Kleingartenvereins sollen mehrere Männer zwei Jungen schwer missbraucht haben. Die Bilder der Abrissarbeiten sehen Sie im Video.

Hunde erschnüffelten ein Tablet und einen USB-Stick

In der Wohnung der inhaftierten Mutter des Hauptverdächtigen dagegen hatten die Hunde ein Tablet und einen USB-Stick erschnüffelt. Die Datenträger werden nun ausgewertet.

Ermittlungen der Polizei in Münster gegen Adrian V. und seine Mutter Carina V.

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war vor einer Woche bekannt geworden. Der Hauptverdächtige Adrian V. war wegen Kinderpornografiebesitzes zweifach vorbestraft. Bislang gab es in dem Fall in Münster Festnahmen von elf Tatverdächtigen aus mehreren Bundesländern. Sieben von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Als einer von zwei Tatorten steht bislang der Kleingartenverein fest. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen wusste Carina V., die Mutter des Hauptverdächtigen, was ihr Sohn dort trieb. Trotzdem stellte die Frau aus Münster dem 27-Jährigen den Schlüssel zur Gartenlaube zur Verfügung.