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Missbrauchsfall Bergisch Gladbach: Neunter Verdächtiger festgenommen - Justizminister bedauert Fehler

Kinderschänder-Sumpf von NRW

Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach: Neunter Verdächtiger in U-Haft

11.11.2019, Nordrhein-Westfalen, Alsdorf: Ein Haus wird von der Polizei mit Unterstützung des THW durchsucht. Hier wurde ein Verdächtiger festgenommenen und seine Wohnung durchsucht. Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach weitet sich aus. Mehrere
Massenhafter Missbrauch in NRW - Haus eines Verdächtigen
dag, dpa, Dagmar Meyer-Roeger

Weiterer Verdächtiger im Missbrauchsfall

Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach zieht immer weitere Kreise : Am Mittwoch wurde ein neunter Verdächtiger in Rheinland-Pfalz festgenommen. Der Mann sei in Untersuchungshaft, teilte ein Sprecher des Justizministeriums mit.

Neun Männer sitzen in U-Haft

11.11.2019, Nordrhein-Westfalen, Alsdorf: Ein Haus wird von der Polizei mit Unterstützung des THW durchsucht. Hier wurde ein Verdächtiger festgenommenen und seine Wohnung durchsucht. Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach weitet sich aus. Mehrere
Am Mittwoch wurde ein neunter Verdächtiger in Rheinland-Pfalz festgenommen.
dag, dpa, Dagmar Meyer-Roeger

Weitere Details zur Festnahme wollte der Sprecher zum aktuellen Zeitpunkt nicht nennen. Insgesamt sitzen nun neun Verdächtige in Untersuchungshaft. Dem Sprecher zufolge kommen sieben Männer aus Nordrhein-Westfalen, einer aus Hessen und nun einer aus Rheinland-Pfalz. 17 weitere seiner Personen seien identifiziert worden.

Justizminister räumt Fehler bei Ermittlungen ein

Am Mittwoch hatte NRW-Justizminister Peter Biesenbach Versäumnisse im Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach eingeräumt. Er bedaure "zwei handwerkliche Fehler" der Staatsanwaltschaft Kleve. Die Versäumnisse habe die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf jetzt bei einer Überprüfung "unmissverständlich" festgestellt.

Der Hintergrund: Ein 26 Jahre alter Zeitsoldat der Bundeswehr war bereits im vergangenen Juni ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, weil er seinen fünfjährigen Stiefsohn und seine leibliche dreijährige Tochter in Abwesenheit der Ehefrau sexuell missbraucht habe, wie Biesenbach berichtete.

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Bundeswehr-Soldat gesteht Kindesmissbrauch

Der Missbrauch war herausgekommen, nachdem der Stiefsohn sich seiner Mutter anvertraut hatte. Noch am selben Abend hatte sich der Täter nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kleve selbst angezeigt, fünf Missbrauchsfälle an beiden Kindern zugegeben und sich "reumütig und therapiebereit" gezeigt.

Das Jugendamt habe damals ein Kontaktverbot des Mannes zu den Kindern verhängt und die Ehefrau habe sich verpflichtet, dies zu gewährleisten. Daher habe die Staatsanwaltschaft keine weiteren Straftaten erwartet und auch keine Fluchtgefahr gesehen. In der Folge habe sie auch keinen Antrag auf einen Untersuchungshaftbefehl gestellt, berichtete Biesenbach.

Der Generalstaatsanwalt in Düsseldorf habe das Vorgehen nun in einer aktuellen Überprüfung beanstandet. Demnach wären ein Durchsuchungsbeschluss und eine beschleunigte Zeugenvernehmung der Kinder nötig gewesen. Letztere sei bis heute nicht erfolgt. Auch ein DNA-Abgleich hätte demnach früher erfolgen müssen.

Verdächtige haben Kinderpornografische Aufnahmen getauscht

Im Zuge der Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs eines großen Kinderpornografie-Chat-Rings, der in Bergisch Gladbach aufgeflogen ist, aber weit darüber hinaus reicht, war der 26-Jährige wieder ins Visier der Fahnder geraten. Mit einem Tatverdächtigen aus Bergisch Gladbach habe der Weseler kinderpornografische Aufnahmen getauscht "und außerdem über ein Treffen zum Zwecke des gemeinsamen sexuellen Missbrauchs seiner dreijährigen Nichte gesprochen", wie Biesenbach ausführte.

Daraufhin sei der 26-Jährige dann am 25. Oktober festgenommen werden. Dass vorher kein Haftbefehl beantragt worden sei, habe der Generalstaatsanwalt allerdings nicht beanstandet, betonte Biesenbach.

Reul: "riesigen pädo-kriminellen Kinderporno-Netzwerk"

Die Dimension der Ermittlungen sei gigantisch. NRW-Innenminister Herbert Reul sprach von einem "riesigen pädo-kriminellen Kinderporno-Netzwerk mit Chat-Gruppen bis zu 1.800 Teilnehmern". Anders als bei dem jahrelangen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde, hätten die Ermittlungen rund um Bergisch Gladbach "viele Täter aus allen Ecken Deutschlands" zutage gefördert.

Über 250 Polizeikräfte arbeiteten derzeit unter Hochdruck daran, 30 Terabyte auszuwerten, die bislang auf 2.400 Datenträgern sichergestellt worden seien. "Das sind 7,5 Millionen Schreibmaschinenseiten, die 600.000 Aktenschränke füllen würden", erklärte der Minister.