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Missbrauchsfälle von Bergisch Gladbach: Polizei fand Sexspielzeug und Fesselmaterialen

Sechster Tatverdächtiger in Aachen festgenommen

Missbrauchsfälle von Bergisch Gladbach: Polizei fand Sexspielzeug und Fesselmaterialen

Weitere Festnahme nach Hausdurchsuchung in Bergisch Gladbach

Der Fall rund um den Kindesmissbrauch unter anderem in Bergisch Gladbach nimmt nun doch größere Ausmaße an als vorerst angenommen: Die Polizei hat am Mittwoch in Aachen einen sechsten Tatverdächtigen festgenommen. Am Dienstag war bereits ein Mann in Krefeld in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei hat auf einer Pressekonferenz weitere, grausame Details der Missbrauchsfälle öffentlich gemacht.

Verdächtige organisierten sich in Chatgruppen mit bis zu 1.800 Teilnehmern

Man habe Sexspielzeug und Fessel-Material in Kinderzimmern sichergestellt, außerdem auch Liebesbriefe, von Kinderhand verfasst, sagte Uwe Jacob, Kölner Polizeipräsident. Die Taten seien perfide. "Ich mache kein Hehl daraus. Das Verfahren ist auch eine besondere Belastung für die ermittelnden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten."

Die festgenommenen Männer sollen in Handy-Chats kinderpornografisches Material ausgetauscht und teilweise ihre eigenen Kinder missbraucht haben. Ein Chat soll dabei bis zu 1.800 Teilnehmer gehabt haben. Man gehe von weiteren aktiven Tätern aus, sagte der Kölner Polizeipräsident. Bei der Polizei ist daher nun eine Sonderkommission mit rund 130 Ermittlern damit beschäftigt, im Schichtdienst die Inhalte auszuwerten.

Polizei setzte spezielle Datenspürhunde ein

Die Ermittler hatten nach einer Hausdurchsuchung in Bergisch Gladbach Ende Oktober vier Männer festgenommen . Sie stehen im Verdacht, ihre eigenen Kinder und Stiefkinder sexuell missbraucht zu haben. Insgesamt wurden bislang acht Kinder ermittelt, die missbraucht worden sein sollen. Das jüngste Opfer soll nicht einmal ein Jahr alt sein.

Bei der Durchsuchung Ende Oktober waren drei Terabyte Datenmaterial sichergestellt worden. Die Fotos und Videos sollen unter anderem schweren sexuellen Kindesmissbrauch zeigen. Am Mittwoch hat die Polizei erneut das Haus des 42-Jährigen Tatverdächtigen aus Bergisch Gladbach durchsucht. Im Wohnhaus und in einem Gartenhäuschen sind mithilfe von speziell ausgebildeten Datenspürhunden weitere Datenträger "in nicht unerheblichem Umfang" gefunden worden, so ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Auf die Polizei komme eine Mammutaufgabe zu.